Vorwort.
Als mich Herr Dr. Riedel an der Wirths⸗ tafel im Hotel de Pologne zu Leipzig einlud, zu der von ihm beabſichtigten Herausgabe der „ritterlichen Thaten des Goͤtz von Ber⸗ lichingen“ eine Vorrede zu ſteuren, dachte ich ſo bei mir, dem ſchreibſt du Etwas, was Nie⸗ mand vermuthen ſoll, und du wirſt nur deſto gelehrter vor der ſtaunenden Welt daſtehen. In allem Ernſte dachte ich an ein Vorwort zu Goͤtz: uͤber die Kunſt, das menſchliche Leben zu verlaͤngern. Ich meine z. B. das Leben eines Privatdozenten, wenn ihm die Verlaͤum⸗ dung im Bunde mit adminiſtrativen Ruͤckſichten ſeine Zuhoͤrer abwendig macht, oder eines Schrift⸗ ſtellers, dem Licht und Luft entzogen wird, oder eines Seifenſieders, dem man zumuthet, ohne Kali Seife zu kochen, oder eines Theologen, ohne Vernunft zu predigen und zu lehren— lauter Probleme aus wirklichen Krankheitsgeſchichten unſerer Tage. Hat man doch juͤngſt erſt einem Theologen ſchweren Vorwurf daruͤber ge⸗ macht, daß er bisher zu vernuͤnftig gelehrt und


