Teil eines Werkes 
13. bis 16. Bändchen (1854)
Entstehung
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Worte zu der unüberſehbaren Volksmenge zn ſprechen, welche die Neugierde hierher gelockt hatte, und als man ſeinem Wunſch willfahrte, erhob er ſein Geſicht und warf einen Blick über die Maſſe hin. Kennt ihr die Urſache, ſagte er dann mit feſter Stimme,warum ich mich auf dieſem Platz befinde? Alle ſchwiegen. Alle lauſchten.

Die Urſache meines Verbrechens iſt der Brannt⸗ wein. 1 Er ſchien noch mehr ſprechen zu wollen, aber ſeine Stimme begann ihm bereits zu verſagen.

Inzwiſchen ſtrengte er ſich noch einmal an und ſprach dann:

Nehmt eine einzige Warnung von mir an.

Er hielt einen Augenblick ein. Das Volk betrach⸗ tete ihn unter tiefem Schweigen.

Seht mich an, fügte Hans dann hinzu,und denkt an euch ſelbſt.

Dieſe Worte Hanſens machten ein großes Auf⸗ ſehen. Sie enthielten ſo viel Unterweiſung und Be⸗ lehrung, ſie zeigten ſo viel Selbſtkenntniß und Verſtand, eine ſo große, auf eigener tiefer und aufrichtiger Reue ruhende Lebensweisheit.

Beinahe zur ſelben Zeit ſchenkte Kerſtin ihrem Manne, Anders, einen Sohn.

Welch eine unendliche Freude und Wonne trat nicht

jetzt über die Schwelle des redlichen Mannes!

Wenn er ſich jetzt mit ſeinem alten Nachbar, Hans, verglich, der ſo manches Jahr unter demſelben Dache mit ihm gewohnt hatte, und zuletzt dem Beil anheim⸗

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