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ten, noch nicht recht erholt zu haben. Mehrmals ſuchte er Sophiens Blick, aber ſie wich ihm aus.
Um die Geſellſchaft zu beleben, brachte Horner mehrere Toaſte aus. Juſt jetzt erhob er das Glas auf den von Jespersſon geretteten Dreimaſter.
Aber ſobald Hermann ihn nennen hörte, ſprang er von ſeinem Platze auf.
„Herr Doktor,“ ſagte er,„da Sie unſer alter Wohlthäter ſind, ſo ſind Sie auch mein Rheder?“
Jespersſon gab es zu.
„Der Dreimaſter iſt Ihnen.“
Jespersſon lächelte.
„Und auch die Laſt?“
Jespersſon lächelte wieder.
„Eine koſtbare Laſt?“
„Sie beſteht hauptſächlich aus Geſchenken von mei⸗ nen Patienten... ich kann beinahe ſagen aus allen verſchiedenen Theilen der Welt.“
„Aber Doktor,“ fiel Horner mit heitrem Lächeln ein,„Du haſt nichts deſto weniger einen ſehr ſchweren Verluſt gehabt, als Du Sophie verlorſt.“
Als Horner ihren Namen nannte, wandten ſich Alle gegen ſie.
„Sophie verloren?“ fragte man.
„Nun, nun,“ erklärte Horner,„ich meine nicht Dich, Sophie, ſondern die kleine Jacht da, die geſtern unter⸗ gegangen.“
Sophie vermochte ihre Gefühle nicht zu verbergen. Horners Aeußerung kam ja ſo unvermuthet. Sie hatte wie eine Bombe in ihrem Herzen eingeſchlagen.
Sie wurde abwechſelnd roth und blaß. Wie be⸗ klommen fühlte ſie ſich nicht! Sie wollte tief Athem ſchöpfen und dennoch mußte ſie ſich beherrſchen.
„Horner bemerkte ihre Bewegung und hörte mit ſeinen Scherzen auf. Das Mittagsmahl war zu Ende.


