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persſon gehabt, ſtill und gedankenvoll in ſich ſelbſt ver⸗ ſchloſſen hatte.
In dem kleinen gemüthlichen Kreis, welchen die Familie jetzt in der zierlichen Laube bildete, vermißte man Jespersſon, Carl Auguſt und Hermann, und Jeder⸗ mann fragte verwundert nach ihnen.
Vor Allem beunruhigte ihre Abweſenheit Diejenigen, welche wußten, daß es ſich wirklich um ein Duell han⸗ delte; aber Horner ſuchte ſie mit allerlei Verſicherungen zu tröſten, unter anderem damit, daß er ſagte, ſein Ge⸗ ſpräch mit Jespersſon am vorhergehenden Abend habe ſich juſt um dieſen Gegenſtand gedreht, und er ſei über⸗ zeugt, daß die Sache ſich gütlich ausgleichen werde. Was ihre augenblickliche Abweſenheit betraf, ſo ſagte er, Carl Auguſt und Hermann ſeien dem erwarteten theuern Gaſt entgegengegangen, und er hoffe, daß ſie bald juſt mit ihm ankommen würden.
Gewohnt auf Horners Worte zu vertrauen, über⸗ ließen ſie ſich ihren Hoffnungen; aber um ſo mehr wurde ihre Neugierde geſpannt, den Mann zu ſehen, gegen welchen die Majorin Hjelm in ſo vieljähriger Dankbar⸗ keitsverpflichtung ſtand.
Sie ſelbſt dachte beinahe ausſchließlich daran. 3
Die Uebrigen intereſſirten ſich nicht weniger für einen Mann, auf deſſen entſcheidendem Urtheil ihre Zu⸗ kunft beruhte.
Charlottens und Emmas Herzen klopften mit ein⸗ ander in die Wette.
Abz es fand ſich in der Geſellſchaft eine Perſon, deren Augen Horner mit größerer Aufmerkſamkeit folgten, als die Uebrigen; dieſe einzige Perſon war Sophie. Sie bemerkte auch bald, wie unſicher, lauſchend, beinah furchtſam er ſeine irrenden Blicke um ſich her warf. Beim leiſeſten Tone blieb er ſtehen, bei der geringſten unerwarteten Bewegung fuhr er zuſammen. Sie ſah⸗ daß er nicht die nöthige Ruhe hatte, um einen Augen⸗


