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„Was gedenkſt Du alſo zu thun?“
„Was ich zu thun gedenke? Ich habe den erſten Schuß.“
„Nun und dann? Du denkſt alſo...“
„Ihn zu tödten? Ja wohl, oder ihn wenigſtens unſchädlich zu machen. Auch ich kann mich auf meinen Schuß verlaſſen. Ich ſehe Dein Mißvergnügen, aber laß mich ausreden. Ich habe eine Mutter und eine Schweſter, und für dieſe beide muß ich leben. Mein Leben gehört ihnen. Genug damit: Du weißt, in wel⸗ chen Verpflichtungen wir zu einem unbekannten Wohl⸗ thäter ſtehen. Er hat erklärt, daß die einzige Belohnung für Alles, was er für uns gethan habe, ſein Wunſch ſei, mich ſehen und an ſeine Bruſt drücken zu dürfen. Du ſollteſt ſeinen Brief ſelbſt leſeu, Carl Auguſt, Du ſollteſt ſehen, wie liebevoll er ſich hieher ſehnt, wie vä⸗ terlich er mich bittet, meine Geſundheit und mein Leben wohl in Acht zu nehmen, welche unendliche Freude ſich bei dem Gedanken, daß er mich ſehen werde, in jeder Zeile, in jedem Worte zeigt; dann würdeſt Du in meiner Härte gegen Jeſpersſon nur eine Schale erblicken, welche den Kern innigſter Liebe enthält.“
„Du tödteſt alſo Jeſpersſon?“
„Ich ſage das nicht; aber ich gedenke ihn ſo zu zeichnen, daß er ſein ganzes Leben an mich denken ſoll.“
„Aber bedenke doch, wenn Du fehl ſchößeſt? Je⸗ ſpersſon hat den zweiten Schuß.“
„Ich wage nicht daran zu denken. Das wäre ein entſetzlicher Schlag für meine arme Mutter und meine
gute Schweſter.“
„Laß uns von etwas anderm ſprechen. Jeſpersſon bleibt lange aus.“
„Cs iſt noch nicht 11 Uhr. Ich bin überzeugt, daß er auf den Schlag kommt. Weißt Du, Carl Au⸗ guſt, was er that, als er geſtern Abend nach unſerer Landung ſo lange bei Deinem Vater war?“ 4


