Teil eines Werkes 
13. bis 16. Bändchen (1854)
Entstehung
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Das Meer tobte. Die hohen Wogen tummelten ſich am Himmel, wie dunkelgrüne Wallfiſche. Die Wellen jagten einander. Es war eine wilde, entſetzliche Jagd. Bald ſpritzten ſie ſchneeweißen Schaum gegen den Him⸗ mel empor, bald ſanken ſie hinab in den ſchwarzen Abgrund. Dröhnend ſchlugen ſie wider die grauen Klippen, ihre nackten Scheitel und harten Stirnen in Säulen von Schaum einhüllend, welche glänzten, wie die edelſten Perlen. Hoch über dieſem in Aufruhr raſenden Meere kämpften die dunkelgrauen Wolken einen andern Zwei⸗ kampf. Der Orkan brauste zwiſchen Erde und Himmel, mit dem einen Flügel die Wolken, mit dem andern die

Tiefe peitſchend. Nur daun und wann glänzte ein ſchwa⸗ cher Sonnenſtrahl herein, aber ſcheu zog er ſich wieder

zurück, als fürchtete er das Chaos, worein der Zwei⸗ kampf die Elemente der Natur verſetzte.

Aber geſchmeidig und leicht bewegte ſich die kleine Jacht dahin. Und wenn man ihre weißen Segel, ihr ſchlankes Bugſpriet, ihren kühnen und doch anmuths⸗ vollen Gang betrachtete, ſo meinte man eine lanzen⸗ bewehrte Amazone zu ſehen, welche mit einer von Zu⸗

verſicht und Muth erfüllten Bruſt nicht eigentlich kämpfte, ſondern vielmehr ſpielte auf einem verheerenden und

ſtürmiſchen Mächten überlaſſenen Schlachtfeld.

Der Dreimaſter hatte die See zu gewinnen geſucht, war aber unaufhörlich gegen die Paternoſterſcheere zurück⸗ getrieben worden, in dieſe ſo gefährlichen Fahrwaſſer, wo ſo mancher Seefahrer den letzten Stern in ſeiner Nacht erlöſchen geſehen.

Hermann verzagte indeß nicht. Er kämpfte muth⸗ voll, und ſeine Kameraden wurden belebt von ſeiner Ent⸗ ſchloſſenheit und ſeinen Anſtrengungen. Aber immer ſchwerer geſtaltete ſich ſeine Lage. So lang der Tag glänzte, zweifelte er nicht daran, den Sturm beſtehen zu können, aber er fürchtete die finſtere Nacht.

Drei Blitze hatte er, gefolgt von drei dröhnenden