Teil eines Werkes 
13. bis 16. Bändchen (1854)
Entstehung
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der Gedanke ſeinen Gegenſtand fixiren will, ſo will das Gefühl ihn umſchließen.

Sehr häufig faßt es auch das Schönſte, was Him⸗ mel und Erde beſitzen, in ſeinen Rahmen ein, ohne je⸗ doch einen einzigen Gedanken zu finden, womit es ſich ausdrücken kann.

Sophie empfand ein ſolches Gefühl in dieſem Augenblick.

Jespersſon war als ein entſchloſſener und höchſt un⸗

gewöhnlicher Mann für Sophie ein koſtbarer und redli⸗ cher Freund geweſen, zu welchem ſie trotz all ſeiner Sonderbarkeiten gleichwohl mit unbeſchränktem Vertrauen aufblickte. Es fehlte ihm viel, das geſtand ſie gern, es fehlte ihm Ruhe, Frieden, Milde, im Allgemeinen Liebe ‚zur Welt; aber ſie war überzeugt, daß ein ſo offener und friſcher Charakter, deſſen Neigungen natürlich und rein waren, leicht mit ſich ſelbſt und mit dem Leben ver⸗ ſöhnt werden könnte, wenn ſich nur eine gute und ver⸗ ſöhnende Frauenhand beruhigend und friedlich auf ſeine ſtürmiſche Bruſt legen würde.

Nicht ohne Herzklopfen erſah ſie daher jetzt, daß die

ſchöne kleine Jacht nach ihr ſelbſt getauft worden war.

Aber als Jespersſon ans Land ſtieg, zog ſie ſich nichts deſto weniger zurück. Ihr Blick folgte ihm gleich⸗ wohl, und wie anders fand ſie ihn jetzt, als bei ihrem letzten Zuſammentreffen mit ihm! In ſeiner ganzen Miene lag Ernſt, in ſeinem Gang war Würde und Haltung, aber über der Stirne und in den Augen lag jetzt ein düſterer Zug, als trüge er ein tiefes Leiden in ſeiner Bruſt. Sie begriff nicht, woher dieſe ſo bemerkenswerthe Aenderung kommen konnte, aber dieſelbe erfreute und beunruhigte ſie zu gleicher Zeit.

Sobald Horner den Doctor bemerkte, ging er ihm entgegen.

„Treffe ich Dich doch endlich,“ grüßte ihn Horner. „Um Gotteswillen, wohin biſt Du denn an dem unglück⸗

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