Teil eines Werkes 
13. bis 16. Bändchen (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

173

im Sturm ſchien es ſich wohl zu befinden, gleich als wäre es ſein Vergnügen.

Je näher es kam, um ſo ſchöner zeigte es ſich. Gleich einer Meernymphe tanzte es über das ſchäumende Waſſer hin.

Aber auf einmal fielen ſeine Segel— die Schnel⸗ ligkeit nahm ab— der Anker ſank in die Tiefe.

Der Bau und das Takelwerk der Jacht, ihre haſti⸗ gen Bewegungen, worin man eher ein lebendiges Weſen, als eine bloße Maſchine zu erblicken glaubte, und dabei noch die Raſchheit und Pünktlichkeit, womit alle Theile des Manövers ausgeführt wurden, feſſelten jeden Zu⸗ ſchauer aufs Angenehmſte.

Es war etwas beinahe Zauberhaftes an der kleinen Jacht, ſie war ein Meiſterſtück, entſprungen aus dem beſten Gedanken eines geſchickten Seemanns.

Als ſie ſich nach dem Wind hinſchwenkte, kehrte ſie den Hinterſpiegel dem Lande zu.

Sophie war natürlich auch wie die Uebrigen unten am Strand, und ſie konnte ſich eines angenehmen Ge⸗ fühls nicht erwehren, als ſie ſah, daß die hübſche Syl⸗ phide ihren Namen trug.

Sie las nämlich auf der oberen Kante des Spiegels in vergoldeten Buchſtaben den Namen„Sophie“, um⸗ geben von einem grünen Myrthenkranz.

Beinahe in demſelben Augenblick, wo der Anker fiel, ſprang ein Mann in ein kleines Boot, das von ſechs Matroſen gerudert gegen das Land zu ſteuerte.

Aber die Matroſen erhoben bereits ihre Ruder, und das zierliche Boot wurde ſo trefflich geſteuert, daß man ſagen konnte, es bleibe von ſelbſt ſtehen, als es an der Landungsbrücke anlangte.

Der Mann, der herausſtieg, war Jespersſon.

Wie elaſtiſch iſt nicht das Gefühl gegen den Gedan⸗ ken, beſonders in der Bruſt eines jungen Weibes! Wenn