Teil eines Werkes 
13. bis 16. Bändchen (1854)
Entstehung
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gewißheit über ſein wirkliches Schickſal wiederholte ſich jedesmal, wenn es hinabſank, und mit der Ungewißheit kam eine lautloſe Stille, eine qualvolle Unruhe.

Mehr als ein Schreckensruf entfloh den Lippen der Damen, mehr als eine Wange erblaßte.

Endlich verſchwand das Lootſenboot gänzlich aus dem Geſichtskreis.

Eine Stunde verging, vielleicht anderthalb. Man war nach dem Park zurückgekehrt, um dort den Ausgang zu erwarten. Es war eine ſchreckliche Stunde. Das Le⸗ ben trat in ſeinem ganzen Ernſt hervor. Jetzt handelte es ſich nicht um Spiel und Scherz; man wußte, daß Leben und Tod auf dem Meer mit einander ſtritten, man wußte, daß die Meuſchenkraft einen harten Strauß mit den Elementen zu beſtehen hatte. Einige wandelten un⸗ ruhig um einander her, andere ſuchten irgend einen einſamen Platz, um ſich in ſich ſelbſt verſchließen zu kön⸗ nen. In wichtigen Augenblicken wendet man ſich von der Welt ab und ſeinem eigenen Innern zu. Das Ver⸗ gnügen befindet ſich in großer Geſellſchaft wohl, der Kum⸗ mer in der Einſamkeit. Der Strahl des Lebens ent⸗ hält alle Farben; ſie theilen ſich in dem wechſelnden Prisma des Augenblicks. Wie durchlebte man nicht in dieſer Stunde ungewiſſer Erwartung alle Uebergänge zwiſchen Hoffnung und Zweifel, alle dieſe beunruhigen⸗ den Wechſel von Licht und Schatten, welche, ein zweites Schattenſpiel der Vorſehung oder des Schickſals, über die ſich wölbenden Wogen unſeres Herzens gehen und kommen.

„Das Lootſenboot kommt zurück,“ rief man endlich, „das Lootſenboot kehrt allein zurück.“

Alle ſtrömten aus dem Park hinaus und wieder zur Landungsbrücke hinab.

Das Lootſenboot zeigte ſich wirklich. Aber warum kehrte es zurück? War irgend ein Unglück eingetroffen? Einige Minuten ſpäter ſprang Carl Auguſt ans

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