Teil eines Werkes 
13. bis 16. Bändchen (1854)
Entstehung
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Carl Auguſt ſtand getreulich Schildwache am Leucht⸗ thurm. Von da aus recognoscirte er das Meer jede Stunde einige Mal und erſtattete ganz regelmäßig ſeine Berichte.

Jedermann begriff ſo wohl, daß dieſe Berichte keine bloßen Beweiſe von Aufmerkſamkeit, ſondern daß ſie für

ſein eigenes Herz ein Bedürfniß waren; aber er ſagte

nichts, ſondern ſetzte beharrlich und ſchweigend ſeine Beobachtungen und Berichte fort.

Charlotte drückte ihm im Vorbeigehen freundlich und dankbar die Hand, aber über ihre Lippen kam nicht ein einziges Wort.

Beide ſchwiegen, aber beide verſtanden einander.

Ihre Liebe hatte niemals ein Hinderniß gehabt; aber die Liebe bedarf eines Widerſtands, um ihre Kraft zu entwickeln. Die ihrige hatte jetzt einen ſolchen erbalten, und nun blühte ſie wie auf ihrem eigenen vulkaniſchen Boden auf. Sie war niemals ſtärker geweſen als jetzt.

Eines Tags... der Sturm währte noch fort... kam Carl Auguſt heftiger als je zuvor von ſeinem Obſer⸗ vatorium herab. Der am Leuchtthurm wachſtehende Lootſe hatte zwei Segel entdeckt, wovon das eine von Gothen⸗ burg zwiſchen den Scheeren her, das andere vom offenen Meer kam. Um das Gothenburger Schiff, eine kleine Jacht, war man nicht ſonderlich bekümmert, weil es von keiner Gefahr bedroht war; um ſo größere Angſt aber flößte das andere Fahrzeug ein, ein ſtattliches Schiff, das vom Sturm wider die Scheeren getrieben wurde, ganz offenbar, ohne daß man am Bord genaue Kenntniß von der Küſte hatte. Der Lootſe mußte alſo hinaus. Carl Auguſt war zu ſehr intereſſirt, als daß er nicht bereits beſchloſſen hätte mitzugehen. Er wagte es jedoch nicht, den Seinigen etwas davon zu ſagen. Inzwiſchen rapportirte er die Sache, ſodann eilte er auf ſein Zimmer, kleidete ſich den Umſtänden gemäß an, und