Teil eines Werkes 
13. bis 16. Bändchen (1854)
Entstehung
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Mit vollkommener Aunfrichtigkeit vertraute ſie ſich daher der Familie Horner an.

Gleichwohl wurde ſie dahei nicht blos von ihren eigenen Bekümmerniſſen gequält, ſondern auch von der ſchuldigen Achtung für das Gefühl, von welchem ſie fürch⸗ tete, daß Emma es noch immer für ihren Sohn hege.

Als Emma erfuhr, daß Hermann ſeine Zukunft von dem Willen eines Unbekannten abhängig gemacht habe, beherrſchte ſie ſich zwar ſehr wohl, aber nichts deſto

weniger bemerkten ihre näheren Freunde, daß die Nach⸗

richt für ihr Herz eine ſchwere Hiobspoſt war.

Die Gemüther in der Familie Horner befanden ſich in einer nicht geringeren Spannung als in der Fa⸗

milie Hjelm.

Carl Auguſt ſuchte Charlotte nicht mehr auf; er ſchien ſogar wenigſtens einer Unterredung mit ihr aus⸗ weichen zu wollen. Dagegen folgte ihr ſein Blick überall;

es war ihm unmöglich, denſelben von ihr abzuwenden.

Alle ohne Ausnahme erwarteten alſo jetzt mit der

größten Ungeduld Hermanns Rückkehr als die wichtigſte Bedingung zur Löſung des Räthſels ihrer Zukunft.

Kein Menſch konnte je mit ſchmerzlicherem Verlan⸗

gen erſehnt worden ſein, als er.

Sogar Sophie, die ſonſt ſo ruhig und immer in Harmonie mit ſich ſelbſt war, auch ſie wurde ſtiller und unruhiger.

Aber war es wohl Hermann allein, den ſie erwartete?

Die Theilnahme und die Achtung, welche die Fa⸗ milie Horner ſich unter den Badgäſten erwocben hatte, verlieh ſelbſt den unbedeutendſten Umſtänden, die ſie be⸗ trafen, ein allgemeines Intereſſe.

Als man erfuhr, daß die beiden Familien mit Un⸗ geduld auf Charlottens Bruder warteten, ſo erwarteten ihn auch alle andern mit derſelben Ungeduld.

Man ſah daher jetzt täglich, um nicht zu ſagen

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