Teil eines Werkes 
13. bis 16. Bändchen (1854)
Entstehung
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Dreißigſtes Kapitel. Sturm. Duell. Schluß.

Ein heftiger Sturm war ausgebrochen, ein Herbſt⸗ ſturm, wie er nur auf Schwedens Weſtküſte raſen kann.

Der Orkan hatte das Meer aufgewühlt, und aus der Tiefe ſchleuderte es ſeine Wogen wider die Klippen, um ſich zermalmt an der ſteinharten Bruſt derſelben in einen Schaumwirbel aufzulöſen und in die Tiefe zurück zu verſinken. Kohlſchwarz flogen die Wolken um einan⸗ der her; und man hörte, wie ſie zuweilen drohend zu⸗ ſammenſtießen.

Von dem Augenblick an, wo Frau Hjelm den letz⸗ ten Brief von Hermann erhalten, hatte ſie keine Ruhe mehr gehabt. 1

Der Brief enthielt auch ſo viel.

Vor allen Dingen die Nachricht von Hermanns eige⸗ ner Wiederkehr und ſodann die Hoffnung, den gemein⸗ ſchaftlichen Wohlthäter recht bald treffen zu dürfen.

Aber wenn dieß zwei Freudenpunkte waren, ſo fan⸗ den ſich auch zwei Gegenſtände des Kummers darin vor.

Der eine von ihnen war der Wunſch ihres Wohl⸗ thäters, über Hermanns und Charlottens künftiges Schick⸗ ſal entſcheiden zu dürfen, der andere die Furcht vor einem Duell mit Jeſpersſon.

Hatte ſie nicht im Schickſal ihres eigenen Mannes einen Beweis von Jeſpersſons Muth und von der Sicher⸗ heit, womit er die Waffe handhabte?

Je mehr ſie daher die Verhältniſſe überlegte, um ſo unmöglicher wurde es ihr, alle die Kümmerniſſe, die ſich um ſie her ſammelten, in ihre Bruſt zu verſchließen.