Teil eines Werkes 
13. bis 16. Bändchen (1854)
Entstehung
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Sophie war zu Emma geeilt. Emmas Kräfte waren erſchöpft. Erſchüttert von dem Vorfall, zitterte ſie am ganzen Leibe.

Die Hand an die Stirn gelegt, wußte ſie kaum,

wo ſie war.

Bebend und todesblaß ſank ſie auf dem Platz nie⸗ der, wo ſie vorher geſeſſen.

Wie gut und liebenswürdig war nicht Sophie in dieſem Augeublick! Sie tröſtete und ſcherzte, ſie bat und lächelte. Alle die holden kleinen Mittel, die einem braven Weib zu Gebot ſtehen, wurden von ihr ange⸗ wendet, um wieder Ruhe in die Seele der Freundin zu gießen.

Sie hatte ihren Kranz fertig bekommen und ſie legte ihn jetzt auf Emmas Kopf, als wollte ſie denſelben zu einem Feſt ſchmücken.

„Emma,“ rief ſie,„denke an Hermann, dann wirſt Du wieder Muth bekommen. Ich kann Dir etwas

Neues erzählen, was ſoeben Charlottens Lippen entfahren

iſt. Denke Dir, Hermann kommt bald nach Hauſe.“

Und Emma hörte Hermanns Namen, und ein Lä⸗ cheln ſpielte wieder ſo ſauft auf ihren Lippen.

Als Anna und Guſtav zurückkamen, nahm Sophie ihnen die Blumen ab, machte ein Bouquet und ſteckte es Emma an die Bruſt.

Hätte ſie eine junge Schweſter vor ſich gehabt, ſie hätte ſich nicht herzlicher bemühen können, auf die ein⸗ nehmendſte Art wieder Hoffnung und Ruhe in ihren Bu⸗ ſen zu ſchmeicheln.