Teil eines Werkes 
13. bis 16. Bändchen (1854)
Entstehung
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Der Gefangene zog ein Meſſer hervor und ſchwang es über ihr.

„Schweig!“ befahl er.

Alfred war ſchrecklich.

Aber Emma war nicht mehr ein ſchwaches Mädchen, ſie war eine ſtarke Tochter.

Mit ihrer freien Hand ergriff ſie jetzt die Kleider des Gefangenen, um ihn ihrerſeits feſtzuhalten.

„Hieher!“ rief ſie,„Hilfe, Hilfe! hieher!“

Das Meſſer blinkte in der Sonne.

„Hieher, hieher!“

Ein entſetzlicher Hohn verzerrte Alfreds Geſicht. Er ſenkte das Meſſer gegen ihre Bruſt. Eine einzige Bewegung, und es wäre aus geweſen; aber er be⸗ dachte ſich.

„Bei der Hölle!“ ſchwur er.„Ich verſtehe Deine Abſicht, Du willſt Dich und mich zugleich tödten, aber es ſoll Dir nicht gelingen.“

Mit einer kräftigen Bewegung riß er ſich los.

„Wir ſehen einander heute Nacht wieder... mor⸗ gen Nacht... in irgend einer Nacht... wehe dann Dir und den Deinigen!“

Emma hörte ihn nicht, ſondern fuhr fort um Hilfe zu rufen.

Alfred dagegen wandte ſich haſtig um in der Ab⸗ ſicht, nach ſeinem Verſteck zurückzufliehen; aber in dieſem Augenblick begegnete ihm Sophie nebſt mehreren Bad⸗ gäſten, die auf Emmas Angſtruf jetzt hieher eilten. Alfred warf ſich ſogleich auf die Seite, um ihnen aus⸗ zuweichen. Aber der Weg wurde durch den Bergrücken verſverrt. Mit kecken Sprüngen eilte er denſelben hinan. Man ſah ihn von Fels zu Fels, über Spalten und Klippen hinſpringen. Die Mütze war ihm vom Kopf gefallen, ſein Haar flatterte im Wind, aber als er oben ankam, ſah er ſich nicht blos von hinten verfolgt, ſon⸗ dern entdeckte auch Leute vor ſich. In ſeiner Hitze und

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