Teil eines Werkes 
13. bis 16. Bändchen (1854)
Entstehung
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in dem Gang außen Tritte, die auf Emmas Zimmer zu⸗ kamen.

Carl Auguſt lauſchte.

„Still!“ flüſterte er.

Es ſind unſere Eltern, die kommen,“ bemerkte Emma.„Ich erkenne ſie an ihrem Gang.“

„Vater und Mutter. Ja, ja!“

Carl Auguſt und Hermann ſprangen auf einmal von ihren Plätzen auf, einen unruhigen Blick mit einander wechſelnd.

„Was ſollen wir thun?“ ſagte Carl Auguſt.

„Thun?“ fragte Emma.„Ich verſtehe Dich nicht.“

„Sie treffen uns hier.“

„Nun ja!“

Emma betrachtete Carl Auguſt mit verwunderten Blicken.

In dieſem Augenblick ging die Thüre auf und Hor⸗ ner und die Baronin traten ein. Als ſie Hermann im Zimmer bemerkten, blieben ſie mit nicht geringer Beſtür⸗ zung in ihren Geſichtern ſtehen.

Aber ohne irgend eine Veränderung, ruhig und ernſt, ging Emma ihnen entgegen.

„Ach Mutter,“ ſagte ſie,„wie fröhlich und glück⸗ lich bin ich!

„Wie? Was? Glücklich?“

Hermann iſt doch nicht abgereist, ohne mir Lebe⸗ wohl zu ſagen. Das war recht artig von ihm.“

In Emmas ganzem Weſen lag etwas ſo unerklär⸗ lich Mildes und Gutes, Reſignirtes und Ruhiges.

Von ganz eigenthümlichen Gefühlen erfaßt, betrach⸗ teten die vier Anweſenden einander. Es kam zu keiner Erklärung. Emma zog die ganze Aufmerkſamkeit Aller auf ſich. Beinah in einen tränmenden Zuſtand verſetzt, ſchien ſie gänzlich von einem einzigen Gedanken einge⸗ nommen zu ſein.