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„Ach Hermann,“ ſagte ſie,„ich habe Sie um et⸗ was zu bitten.“
„Sie mein Fräulein, Sie?“
„Ich bin kindiſch, ſchwach, unvorſichtig geweſen; Sie haben Grund unzufrieden mit mir zu ſein, mich zu tadeln.“
„Wie? ich verſtehe Sie nicht.“
Hermann verſtand jedoch Emmas Worte und ihre Art ſich auszudrücken ganz gut. Er erblaßte. All ſeine glühenden Wahnbilder ſtürzten über den Haufen. War alſo alles Schöne, was er erträumt hatte, blos ein Traum geweſen?“
„Vergeſſen Sie, Hermann, was zwiſchen uns vor⸗ gefallen. Ich ſchäme mich deſſen beinah. Aber ich ver⸗ ſtand ſelbſt mein Herz nicht, und von meinen Pflichten hatte ich blos einen unklaren Begriff. Haben Sie jeden⸗ falls keine böſen Gedanken von mir. Es würde mir ſo unendlich weh thun, wenn ich glauben könnte, daß Sie übel von mir dächten.“
Hermann erhob ſich.
„Mein Fräulein,“ fuhr er jetzt fort,„ich wollte nicht aus der Gegend reiſen, ohne Ihnen zuvor Lebewohl geſagt zu haben.“
Emma lauſchte aufmerkſam jedem ſeiner Worte.
„Wir ſcheiden alſo als Freunde,“ bemerkte ſie,„als gute Freunde.“
„Als Freunde, mein Fräulein, und jetzt leben Sie wohl...“ „Wirklich? Wollen Sie ſich ſo ſchnell entfernen? Setzen Sie ſich doch noch ein Weilchen... ich bitte
. ſetzen Sie ſich...“
Hermanns Pulſe klopften unruhig. Die Angſt hob ſeine Bruſt; aber ſein Aeußeres blieb eiskalt. Er ſetzte ſich inzwiſchen nieder Aber beinahe in demſelben Augenblick hörte man


