Teil eines Werkes 
13. bis 16. Bändchen (1854)
Entstehung
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wußte, daß ſie Weib war, und weil ſie den Entſchluß gefaßt hatte, ihre Pflicht als ſolches wirklich zu erfüllen. Ruhe und Frieden kehrten daher immer mehr in ihre Seele zurück, aber es war eine Ruhe ohne Lächeln, eine Ruhe voll von Ernſt und Wehmuth.

Bei einem Geſpräch über allerlei unbedeutende Ge⸗ genſtände erwähnte Horner am Tag vor der Hochzeit, daß Hermann die Abſicht habe, ſich auf ſeine Station in Gothenburg zurückzubegeben.

Hermanns Name machte einen unbeſchreiblichen Ein⸗ druck auf Emma.

Das Blut drang mit gewaltſamer Heftigkeit nach ihrem Kopf und auf einmal dunkelte es vor ihren Au⸗ gen. Ihre Füße wankten unter ihr. Aber in demſel⸗ ben Augenblick ſank das Blut wieder und ſie ſtand blaß und verwirrt da, jede Minute bereit, zu Boden zu ſinken.

Der Baron und die Baronin, wie auch Sophie, eilten alle zugleich ihr zu Hülfe.

Horner erinnerte ſich jetzt an etwas, das ihm bis⸗ her gänzlich aus dem Gedächtniß verſchwunden war, nämlich daß er ſchon vorher hie und da eine erwachende Neigung zwiſchen Hermann und Emma zu bemerken ge⸗ glaubt hatte. Jetzt trat dieſe Erſcheinung mit Macht hervor und er ahnte ihre Gefühle.

Weder die Baronin noch Horner ließen es inzwi⸗ ſchen an freundſchaftlichen und tröſtenden Ermahnungen fehlen, ohne jedoch den empfindlichen Punkt geradezu zu berühren.

Muth, mein Kind, flüſterte die Mutter,Muth!

Bedenke, daß Du meine Tochter biſt, ſagte der Vater,und Du mußt Deiner Zukunft ruhig und wür⸗ dig entgegen gehen.

Als die Eltern ſie zuletzt verließen, ſank ſie an So⸗ phiens Bruſt, und bittere Thränen ſtürzten aus ihren Augen.