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gewinne neuen Muth. Das Gute muß im Stande ſein, das Böſe anders zu machen, das Milde muß das Starke leiten, das Reine muß das Unreine beſiegen. Sei gut, ſei mild und rein, und Deine Liebe wird nicht vergebens au die Thüre ſeines Herzens klopfen. Aber deßhalb mußt Du Dir auch alle andern Gedanken aus dem Kopf ſchlagen, mußt Dich gänzlich einem einzigen Gefühl hin⸗ geben und Dich durch Reſignation zu der Arbeit vorbe⸗ reiten, die Dir bevorſteht. Gute Emma, weißt Du, was es für ein Unterſchied iſt zwiſchen einem Herrn und einem Frauenzimmer?“
„Nein, Sophie, nein...“ 1
„Ein Mann kann verzagen, ein Weib niemals. Bei ihr ſtirbt die Hoffnung nicht eher als mit ihr ſelbſt. Aber es gibt auch noch einen andern Unterſchied.“
„Laß hören.“
„Ich habe geſagt, daß die Welt dem Manne ge⸗ hört.“
„Ja, das haſt Du geſagt.“
„Und ich will hinzufügen, daß der Mann die Welt des Weibes iſt. Um ihres eigenen Glücks willen muß ſie dieſen Unterſchied verſtehen lernen.“
Dieſe Anſichten, welche Sophie bei mehreren Gele⸗ genheiten äußerte, wurden von Emma mit der ganzen Lebhaftigkeit eines jungen Mädchens aufgefaßt. Die Frauenzimmer vermählen ſich aus allerlei Gründen, einige aus Liebe, andere aus Verlangen nach Selbſtſtändigkeit; einige aus Bedürfniß, andere aus Verzweiflung. Zu allem iſt Muth erforderlich. So ſprach auch Sophie und ſo kehrte endlich Emmas Muth zurück, und bei ihrer Jugend war es nicht ſo leicht zu ſagen, durch welche der hier angedeuteten Urſachen ſie ſich mit dem Gedanken an ihre bevorſtehende Vermählung verſöhnte, wenn man nicht etwas von ihnen allen in die Wagſchale legen und annehmen dürfte, daß ſie ſich blos darum ergebungsvoll ihrem Schickſal unterwarf, weil ſie aus vollem Herzen


