Leidenſchaften zu mildern, mit der Macht der Liebe und Zärtlichkeit ihn von den gröbern, materiellen Neigungen abzubringen, die bei ihm ſo oft durch äußere, beſtändig auf ſeine Sinne wirkende Umſtände hervorgerufen wer⸗ den, und ihn auf die Bahn des Guten, Edeln, Schö⸗ nen, d. h. des Reinſten und allein ſchönen Menſchlichen zu lenken. Die Welt gehört dem Mann, aber ſind wir nur recht demüthig in unſerer Seele, ſo gehört ſie durch ihn auch uns. Reize ihn zu Hauſe, ſondre ihn ab von dem ſanften Einfluß der Liebe, ſo wird er fortgehen und darnach handeln; mache ihn dagegen glücklich, froh, vergnügt, wecke Liebe, Vertrauen, Achtung, ſo wird er in ſeinen Handlungen auch von dieſen Gefühlen belebt werden. Je mehr es uns gelingt, mit unſerer Güte die böſen Mächte zu bekämpfen, die ſo gern bei dem ſtarken, heftigen, unruhigen, in die Weltereigniſſe eingreifenden Mann wuchern, um ſo mehr bekämpfen wir ſie auch in der Welt. Ach Emma, wie ſuchte ich nicht auf Brun zu wirken! Aber entweder vermochte ich nicht zu ſeinem Herzen zu dringen, oder auch war es zu ſchwach, um einen Eindruck feſtzuhalten. Mit Alfred iſt es etwas Au⸗ deres. Er iſt wild, heftig und leidenſchaftlich; unbedacht⸗ ſam braust er dahin, ohne etwas zu überlegen; er gibt ſich blind ſeiner Leidenſchaft hin und verlangt dieſelbe ſo⸗ gleich erwiedert und befriedigt zu ſehen; er iſt hart und kalt, ich glaube ſogar berechnend, aber bei alledem fin⸗ det ſich dennoch ein gewiſſer Charakter, eine Art von Kraft, eine gewiſſe, wenn auch wilde Entſchloſſenheit, und ich bin überzeugt, daß wenn die Liebe ihn recht ſanft und rein umfängt, ſo wird ſie früher oder ſpäter auch in ſein Herz eindringen und der Schlange den Kopf zertreten. Deine Miſſion iſt groß; jedes Weib, das einem ſchwachen Mann zur Seite geſtellt wird, hat eine ſolche Miſſion. Aber das Herz, dieſer Grundtext zu dem Bibelwort, wird Dir Kraft verleihen. Vielleicht daß Du manchmal in Zweifel kommſt; aber, athme und
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