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Du ſelbſt immer reiner und reiner wirſt, zu Deinem Be⸗ rufe ein; betrachte Deine Liebe als ein Miſſionsamt, Deine Ehe als den heiligen Weg, auf welchem Du Deine Miſſion ausführen mußt. Mit Gott im Herzen wirſt Du Dich ſtark fühlen, alle böſe Neigungen Deines Mannes zu bekämpfen; und wie herrlich, wie ſchön, wie ermunternd, wie belebend für ein Weib iſt nicht das Ziel juſt den Mann zu beſſern, mit dem ſie auf Leben und Tod verbunden iſt! Bedenke das Wonnegefühl, welches jeder Erfolg Dir ſchenken wird. Bei jeder guten Regung, die in ihm geweckt wird, wird er Dir immer lieber wer⸗ den, und wenn Du einmal ſagen kannſt, er iſt gerettet, ich habe ihn gerettet, glaube mir, Emma, daß er Dir in dieſem Augenblick auch unſäglich theuer ſein wird, theurer, als wenn Du gar nicht für ihn zu kämpfen ge⸗ habt hätteſt, denn ſiehſt Du, ſo wie er dann vor Dir ſteht, iſt er ein Werk Deines Herzens, Deiner Zärtlich⸗ keit, Deiner Liebe. Ach Emma, zweifle nie an der Macht eines zärtlichen und guten Frauenherzeus, ſeine Macht iſt unendlich wie die Liebe ſelbſt. In Deiner Che erblicke ich einen höheren Auftrag der Vorſehung, und ich kenne Dein ſanftes, gutes, freundliches Herz zu gut, um auch nur einen einzigen Augenblick an ſeiner Kraft zu verzweifeln, wenn die Sache einmal vollkom⸗ men abgemacht iſt.“
Emma hatte aufangs mit geſenktem Haupte So⸗ phiens Worten gelauſcht: aber als die Freundin ihre Gedanken ſo klar entwickelte, da hob und klärte ſich auch ihre Stirn.
„Du kennſt,“ fuhr Sophie fort,„mein Leben und wunderſt Dich vielleicht über meine Bemerkungen. Siehſt Du, Emma, auch ich verſuchte ſo zu handeln wie ich jetzt ſpreche. Man ſtreitet über die Stellung des Weibes, aber ich glaube, daß ihr vornehmſter und ſchwerſter Beruf der iſt, den Mann mit ſich ſelbſt zu verſöhnen, ſeine von weltlichen Angelegenheiten geweckten


