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ſelbſt hatte, nicht blos als Alfreds blinde Leidenſchaft ſeiner unbändigen Sinnlichkeit die Krone aufſetzte und er durch ein dämoniſches Spiel mit ihrer Furcht ihre Einwilligung zu einer geheimen Zuſammenkunft erzwang; wir haben... wenn auch nur durch ein dunkles Seh⸗ rohr... geſehen, wie ſie mit ſich ſelbſt kämpfte von dem Augenblick an, wo die Neigung für Hermann im⸗ mer mehr überhand nahm, und wie ſie in einem unbe⸗ wachten Moment den Zuſtand ihres Herzens vor ihm entblößte.
Hätten die Ereigniſſe ſich langſamer entwickelt, ſo würde ihr Leben ein anderes Ausſehen gewonnen haben; aber ſie kamen, eines um das andere ſo ſchnell über ſie, daß ſie von ihnen fortgeriſſen wurde, ehe ſie Gelegenheit hatte ſich recht zu bedenken.
Aber Sophie, welche ſie früher ermahnt hatte, jede Verbindung mit Alfred abzubrechen, rief ſie jetzt wieder zu ſich ſelbſt zurück.
„Du mußt Dich aus Deinen Phantaſieen heraus⸗ reißen,“ ſagte ſie,„Du darfſt nichtohnmächtig einem Ge⸗ fühle nachgeben, das Deinen Pflichten widerſtreitet; Du mußt es bekämpfen und Dein gutes reines Herz wird Dich ſiegreich aus dem Kampf führen. Da Deine Ver⸗ heirathung ſich jetzt nicht mehr rückgängig machen läßt, ſo mußt Du Dich mit ganzer Seele darein ergeben und fremden Gedanken, welche die Gefahr nicht beſchwören, ſondern nur noch vergrößern, keinen Raum geſtatten. Du fürchteſt Alfreds Charakter— warum fürchteſt Du ihn? Mit Furcht kannſt Du ihn nicht bezwingen und leiten, dazu iſt Liebe nöthig. Die Liebe iſt in den Schwachen mächtig; wie oft hat ſie nicht im Familienleben die ſtreit⸗ ſüchtigſten Gemüther verſöhnt, Widerwärtigkeiten beſei⸗ tigt und ſelbſt aus dem rauhen Granitblock ein herrlich ſchönes Götterbild auf Hymens Altar geſtaltet! Ver⸗ liere nur den Muth nicht, Emma! Weihe Dich durch feſte Entſchlüſſe, durch Gebet und Andacht, dadurch daß


