Teil eines Werkes 
13. bis 16. Bändchen (1854)
Entstehung
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belwind, keinen Sturm mehr. Nur die empörende Scene ſtand vor ſeinen Augen und eine Thräne entglitt ihnen ..aber ſie fiel nicht hinab... ſie gefror zu einer Eisperle auf der Wange.

Wir wiſſen, daß die Baronin Horner Emmas Nei⸗ gung zu Hermann entdeckt hatte, und daß ſie mit ihm darüber zu ſprechen wünſchte; aber als ſie deßhalb ſeine Mutter beſuchte und auch ihn wirklich traf, erhoben ſich ſo viele unerwartete kleine Hinderniſſe, daß dieſe Beſpre⸗ chung nicht ſtattfinden konnte.

Um jedoch Horner nicht zu beunruhigen, hatte ſie das Geheimniß nicht entdecken wollen.

So ſehr Baron Horner ſelbſt ſeinen Argwohn gegen Alfred mißbilligte, ſo wollte dieſer doch nicht ganz wei⸗ chen; inzwiſchen verſchloß er auch dieſen Verdacht in ſei⸗ ner Bruſt.

Emma hatte ſich inzwiſchen Sophie anvertraut. Sie beſaß allerdings zwei Freunde, an die ſie ſich offen wen⸗ den konnte, da außer Sophie jetzt auch Carl Auguſt all ihre Bekümmerniſſe kannte; aber es wird einem Frauen⸗ zimmer immer leichter, alle Sorgen ihrer Seele gegen ein anderes Frauenzimmer auszugießen, als gegen einen Mann. Sophie hatte auch herzlich und theilnehmend der Freundin mit Rath und Troſt beigeſtanden, und ſie hatte dieß um ſo beſſer zu thun vermocht, als ſie ſelbſt bereits ſo mancherlei Prüfungen durchgemacht und, wie man ſich wohl vorſtellen kann, bis zu einem gewiſſen Grad juſt ſolche Verhältniſſe erlebt hatte, die vielleicht in zoch ſchwererem Maaße die arme Emma erwarteten.