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Aber Horner konnte ſeinen eigenen Ohren nicht trauen.
„Schlag drauf, ſchlag drauf!“ riefen die Aufhetzer, „ſchlag drauf, ſchlag drauf!“.
Damit ſich kein unangenehmer Argwohn in ſeiner Seele feſtſetzen könne und um ſich mit Sicherheit zu überzeugen, daß er ſich wirklich nicht täuſche, dachte Horner einen Augenblick daran, geradewegs bineinzu⸗ gehen und zu ſehen, wer der Hauptſchreier wäre.
Aber er bewegte ſich gleichwohl nicht vom Platz, weil er in dieſem Augenblick ſich ſelbſt Vorwürfe machte und ſein Mißtrauen als eine unwürdige Eingebung be⸗ trachtete.
Horner hatte inzwiſchen ſeit vielen Jahren kein ſo unbehagliches Gefühl empfunden, wie in dieſem Au⸗ genblick. Es war ein Gefühl des Kummers und Ab⸗ ſcheus zugleich über das menſchliche Elend. Kummer er⸗ füllte ſein Herz, Abſcheu ſein Gemüth, und er wurde von dem Centnergewicht beider zur Erde gedrückt. Seine Seele füllte ſich mit Grimm über das Laſter, ſeine Ge⸗ danken mit Schrecken über den Leichtſinn, und vereinigt wurden ſie in einer Qual, welche alle die ſchönen Be⸗ griffe, die er ſich von einer edeln Menſchheit gemacht hatte, zerſtört.
Noch flog ſein Blick fragend, voll Entſetzen und namenloſem Schmerz über die Scene, die ſich ihm dar⸗ bot; aber im nächſten Augenblick wandte er ſich mit einer heftigen Bewegung um und entfernte ſich eilig.
Hinausgekommen warf er ſich in ſeinen Schlitten und befahl dem Kutſcher zuzufahren.
„Sollten wir nicht lieber warten, bis man Bahn ge⸗ ſchleift hat?“ fragte dieſer.
„Fahr zu,“ antwortete Horner,„es mag gehen, wie es will! Fahr zu!“
Für ihn gab es kein Schneegeſtöber, keinen Wir⸗
Ridderſtad. Vater und Sohn. III. 2


