Teil eines Werkes 
13. bis 16. Bändchen (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

Mein Gott, fuhr Carl Auguſt fort,er wünſcht .. er wünſcht... aber...

Er ſchien nicht ganz mit ſich ſelbſt einig zu ſein.

Es würde ihn ſehr hart ankommen, ſie blos in Geſellſchaft mit Andern ſehen zu dürfen.

Charlotte wagte nicht zu antworten. In ihrem Mädchengefühl lag etwas, was ihr dieß verbot; aber Carl Auguſts Worte drückten vollkommen ihren Gedanken aus, obſchon dieſer Gedanke kaum aus ihren Augen zu blicken wagte.

Carl Auguſt hatte indeß bereits ſeinen Entſchluß gefaßt. de ſi hn wohl, ſagte er,Hermann ſoll von ihr Ab⸗ ſchied nehmen dürfen.

Aber kaum hatte er dieß erklärt, als Charlotte be⸗ reits bereute, daß ſie dieſen Gegenſtand auf die Bahn gebracht hatte.

Nein, nein, Herr Lieutenant, ſo habe ichs nicht gemeint. Ich wollte Ihnen blos eine der Urſachen ſeiner düſtern Gemüthsſtimmung ſagen, ohne Sie jedoch um etwas bitten zu wollen, was vielleicht nicht recht wäre.

Nicht recht? Ich weiß nicht. Sie kennen ſich ja von frühſter Kindheit auf. Warum ſollte er ihre Hand nicht drücken dürfen?

Aber...

Charlotte gönnte ihrem Bruder ſo gerne die Freude, Emma noch einmal zu ſehen, und gleichwohl fürchtete ſie das.

Willſt Du meine Schweſter noch einmal treffen? fragte Carl Auguſt den Freund.

Hermann fuhr zuſammen, warf aber Carl Auguſt einen kalten und ernſten Blick zu.

Willſt Du? wiederholte er.

Nein.

Die Antwort überraſchte Carl Auguſt.