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bei ihr Reißaus genommen. Da Charlottens letztes Ci⸗ tat aus der Frithjofſage indeß nicht anſchlug, ſo ver⸗ ſtummte ſie einen Augenblick und beſann ſich auf ei⸗ nen neuen Stoff
Hermann fuhr fort, mit einem Bleiſtift auf ein Papier zu ſchreiben.
Charlotte, die ſich vorgenommen hatte, ihm keine Ruhe zu laſſen, bevor ſie ihn wieder heiter und ruhig ſähe, ſtreckte ſchnell und ſchalkhaft ihre Hand aus und entriß ihm lachend den Papierſtreif.
„Was ſchreibſt Du denn? Ich will es ſehen!“
Ohne Widerſtand blickte Hermann auf; aber eine leichte Röthe glitt dabei in ſein Geſicht.
Charlotte las:
„Was macht Emma jetzt?
An was denkt Emma?
Von was träumt Emma?
Werde ich Emma wieder einmal treffen?“
Und ſo kamen ein Paar Dutzend Fragen, ſämmt⸗ lich von einer Liebe zeugend, die ein wahrhaft kindliches Gemüth beſeelte.
Charlottens Lippen verzogen ſich zu einem heiteren Lächeln und ihre Augen ſpielten ſo ſchalkhaft, daß Her⸗ mann ſich ein wenig ärgerte.
Nichtsdeſtoweniger ergriff ſie den Bleiſtift und be⸗ gann ebenfalls Zeile um Zeile zu ſchreiben, und erſt als das Papier bis an den Rand vollgekritzelt war, gab ſie es lächelnd Hermann zurück.
Er las:
„Emma beſchäftigt ſich mit ihrem Brautkleid.
Emma denkt an Alfred.
Emma lernt die Trauungsformel auswendig.
Emma küßt ihren Verlobungsring.
Emma iſt wirr im Kopf.
Emma hüpft vor Freude.
Emma lacht über...“


