„Nun und dann?“
„Werde nur nicht böſe. Weißt Du, was Tegnér einen Seemann zu einem Freund ſagen läßt? Höre jetzt:„Willſt Du, ſo hole ich Dir von dieſem Kram...“ „Begreifſt Du unverbeſſerlicher Menſch,“ unterbrach Char⸗ lotte ſich ſelbſt,„daß der unbarmherzige Geſell von uns Frauenzimmern ſpricht...2 Nun höre!„Willſt Du, ſo hole ich Dir von dieſem Kram ſogleich eine ganze Ladung aus dem glühenden Süden, rotb wie Roſen und ſanft wie Lämmer. Dann looſen wir darum oder thei⸗ len uns als Brüder darein.“ Halte Du da auch mit, Hermann, und beweiſe, daß Du ein friſcher tüchtiger Seemann biſt.“
Hermann hörte kaum auf ſeine Schweſter, ſondern ſaß da und kritzelte auf ein Papier.
Je näher Emmas Hochzeitstag herangerückt war, um ſo untröſtlicher war ihm zu Muth geworden.
Als Mutter und Schweſter es am allerwenigſten ahnten, beſchloß er daher, nach Gothenburg zurückzukehren unter dem Vorwand, daß er mit Ausbeſſerung eines Schiffes beſchäftigt ſei.
Sie grämten ſich allerdings ſehr über dieſe ſo un⸗ erwartete Abreiſe, aber er beharrte unerſchütterlich darauf, und da Beide ſeine Neigung zu Emma kannten, ſo woll⸗ ten ſie ſich nicht hartnäckig widerſetzen.
Seine Sachen waren bald eingepackt, die Koffer ſtanden bereits im Saal.
Die Reiſe war auf den nächſten Morgen oder auch auf den Tag, wo Emma Hochzeit halten ſollte, feſtge⸗ etzt. ſes Charlotte, die mit inniger Theilnahme die Kämpfe beobachtet hatte, welche er in ſeinem Herzen ausfocht, bot inzwiſchen all ihr Talent auf, um ihn wieder zu er⸗ heitern; allein es wollte ihr nicht glücken. Gleichwohl verzagte ſie nicht. Ein fröhliches Mädchen verzagt nie; ſo bald ſie die Hoffnung verliert, ſo hat auch die Freude


