Teil eines Werkes 
13. bis 16. Bändchen (1854)
Entstehung
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lleber wen? fragte Hermann, da der Satz nicht ausgeſchrieben war. Ueber Dich, Bruder Hermann, über Dich. Emma, las er weiter,fühlt ſich geſchmeichelt, 41

Auch dieſer Satz ſchloß mit einem Gedankenſtrich. Durch was fühlt ſie ſich geſchmeichelt? fragte Hermann.

Dadurch, daß es ihr gelungen, Dich in ſie ſo ver⸗ narrt zu machen. Begreifſt Du das nicht? Ach ja, es muß recht angenehm ſein, die Herrn über alle Maßen beſeſſen zu ſehen... der Tauſend, wie luſtig müſſen ſie nicht dreinſchauen...

Ungeachtet Hermann tief betrübt war, konnte er ſich nicht enthalten, den Mund zu verziehen.

Ueber dieſes Lächeln wurde Charlotte ſo entzückt, daß ſie vor Freude in die Hände klatſchte.

Endlich iſt es mir doch gelungen, rief ſie aus, endlich verziehſt Du doch wenigſtens den Mund.

Hermann mißgönnte zwar ſeiner Schweſter den klei⸗ nen Sieg nicht, den ſie errungen hatte, aber ſo ernſt auch ſeine Gedanken waren, ſo dachte er doch daran, ſich ein wenig zu revanchiren.

Apropos, Hochzeit, ſagſt Du, da kann ich Dir eine Neuigkeit verkünden, die ich dieſer Tage erfuhr.

Eine Verlobung! wirklich?

Eine Verlobung...

Ei wie angenehm... Du weißt alſo eine Ver⸗ lobung... 2

Ja, wie Du ſagſt... aber...

Aber... was iſt das für ein Aber?

Aber ſo was intereſſirt Dich ganz gewiß nicht... Du lachſt ja blos über die Liebe...

Gleichviel; ſage mir immerhin wenigſtens, wer die Verlobten ſind. Du begreifſt, daß es für uns Mädchen