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werden mit Freſſen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung und komme dieſer Tag ſchnell über Euch.“
Hanſens Gedanken wurden auf dieſe Art allmählig in ein ganz anderes Reich verſetzt, als worin ſie zu le⸗ ben gewohnt waren.
„Ich begreife Dich ſo gut, Hans,“ begann Anders wieder,„die Verführung iſt mächtiger über Dich als die Reue und Beſſerung. Vielleicht ſiehſt Du nicht einmal alle die Gefahren, denen Du entgegengehſt, wenn Du nicht ſchnell umkehrſt.“
Kerſtin las:
„So demüthiget Euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er Euch erhöhe zu ſeiner Zeit!“
„Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn er ſorget für euch!“
„Seid nüchtern und wachet; denn Euer Widerſacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe, und ſuchet, welchen er verſchlinge.“
„Dem widerſtehet feſt im Glauben⸗ 4
„Hörſt Du, Hans,“ fügte Anders hinzu, indem er ſeine Hand ergriff,„die Verſuchung geht umher... aber Du mußt nicht vor ihr fliehen... ſondern ihr muthig ins Auge ſehen... und ihre Gewalt vermin⸗ dert ſich... ihr Einfluß verſchwindet... ihr...“
„Und Ihr verabſcheut mich nicht,“ bemerkte Hans, „Ihr verſtoßt mich nicht, Ihr verflucht mich nicht?“
„Gott mag das thun, wir nicht, die wir ſelbſt ſchwach ſind und des Gebets bedürfen.“
Und wiederum las Kerſtin:
„Wohlan, ich will meinem Lieben ein Lied meines Vetters ſingen von ſeinem Weinberge. Mein Lieber hat einen Weinberg an einem fetten Ort.“
„Und er hat ihn verzäunet, und mit Steinhaufen verwahret und edle Reben darein geſenkt. Er bauete auch einen Thurm darinnen und grub eine Kelter darin,


