Teil eines Werkes 
7. bis 12. Bändchen (1854)
Entstehung
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Dich. Du haſt nicht klug gelebt, Hans, Du haſt Dich bald dahin, bald dorthin ziehen laſſen, und ſo biſt Du geworden, was Du jetzt biſt; aber Muth, Haus, nur Muth, und Alles kann noch gut werden. Und Kerſtin las weiter: Wache auf, der Du ſchläfſt, und ſtehe auf von den Todten, ſo wird Chriſtus Dich erleuchten. So ſehet nun zu, wie ihr weiſe wandelt; nicht wie die Unweiſen, ſondern wie die Weiſen. Und ſchicket Euch in die Zeit, denn es iſt böſe Zeit. Darum werdet nicht unverſtändig, ſondern verſtän⸗ dig, was da ſei des Herrn Wille. Und ſauft Euch nicht voll Weins, daraus ein unordentliches Weſen folgt, ſondern werdet voll Geiſtes. Hörſt Du, Hans, ſagte Anders,welch eine gute Weisheit. Aber es iſt beſſer, darnach zu leben, als blos darauf zu hören. Ach Hans, Gottes Gnade iſt groß. Du weißt wohl, wie ich ſelbſt gelebt habe, aber mein Weib ſprach Worte zu meinem Herzen und ihr habe ich meine Rettung zu verdanken. Handle Du wie ich, Hans, und Du wirſt ſehen, daß Reue mit der Beſſerung kommt. Und wieder las Kerſtin: Und er ſagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wie ſie jetzt ausſchlagen, ſo ſehet ihr es an ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe iſt. Alſo auch Ihr, wenn Ihr dieß Alles ſehet angehen, ſo wißt, daß das Reich Gottes nahe iſt. Wahrlich, ich ſage euch: dieß Geſchlecht wird nicht vergehen, bis daß es Alles geſchehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet Euch, daß Eure Herzen nicht beſchwert