Teil eines Werkes 
7. bis 12. Bändchen (1854)
Entstehung
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und wartete, daß er Trauben brächte. Aber er brachte Heerlinge.

Nun richtet ihr Bürger zu Jeruſalem und ihr Männer Judä zwiſchen mir und meinem Weinberge!

Was ſollte man doch mehr thun an meinem Weinberge, das ich nicht gethan habe an ihm? Wa⸗ rum hat er denn Heerlinge gebracht, da ich wartete, daß er Trauben brächte?

Wohlan, ich will euch zeigen, was ich meinem Weinberge thun will. Seine Wand ſoll weggenommen werden, daß er verwüſtet werde, und ſein Zauu ſoll zer⸗ riſſen werden, daß er zertreten werde.

Ich will ihn wüſte liegen laſſen, daß er nicht ge⸗ ſchnitten noch gehacket werde, ſondern Diſteln und Dor⸗ nen darauf wachſen; und will den Wolken gebieten, daß ſie nicht darauf regnen.

Des Herrn Zebaoth Weinberg aber iſt das Haus Iſrael, und die Männer Judä ſeine zarte Faſer. Er wartet auf Recht, ſiehe ſo iſt es Schinderei; auf Gerech⸗ tigkeit, ſiehe ſo iſt es Klage...

Wehe denen, die des Morgens frühe auf ſind des Saufens ſich zu befleißigen, und ſitzen bis in die Nacht, daß ſie der Wein erhitzet.

Und haben Harfen, Pſalter, Pauken, Pfeifen und Wein in ihrem Wohlleben, und ſehen nicht auf das Werk des Herrn, und ſchauen nicht auf das Ge⸗ ſchäfte ſeiner Hände.

Darum wird mein Volk müſſen weggeführet wer⸗ den unverſehens, und werden ſeine Herrlichen Hunger leiden und ſein Pöbel Durſt leiden.

Daher hat die Hölle die Seele weit aufgeſperret, und den Rachen aufgethan ohne alle Maaße, daß hin⸗ unter fahren beide ihre Herrlichen und Pöbel, beide ihre Reichen und Fröhlichen...

Wehe denen, ſo Helden ſind Wein zu ſaufen, und. Krieger in Völlerei...