Teil eines Werkes 
7. bis 12. Bändchen (1854)
Entstehung
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Hans war ſeiner ſelbſt nicht mehr mächtig. Majas unheimliches Geſchwatz tönte gleich Nothrufen vor ſeinen Ohren. Selbſt die Armuth, die ſich in Lumpen und Elend ringsumher zeigte, klagte ihn an.

Bebend fuhr er zurück; aber außer ſich wie in ſich fand er nur Anklagen.

Der Rauſch war nicht verſchwunden, aber er rief aus ſeiner magiſchen Laterne nur ſchreckliche Bilder her⸗ vor und vervielfachte durch ſeine phantaſtiſchen und düſtern Compoſitionen ſein Entſetzen nur noch mehr.

Er fühlte ſich indeß nicht unglücklich, ſondern war bloß erſchrocken und voll Angſt.

Unglücklich können bloß gute Menſchen ſich fühlen.

Ueberall glaubte er ſich vom Teufel ſelbſt umgeben und verfolgt, ohne zu wiſſen, wohin er ihm entfliehen ſollte.

Fort von hier, flüſterte eine Stimme in ſeinem Innern,weit fort von hier!

Er wollte hinaus, hinaus ins Dunkel, hinaus in den Wald; er wollte ſich vor den düſtern Spuckgeſtalten in ſeiner eigenen Einbildungskraft verbergen.

Er wußte nicht, was er that. Er floh hinaus. Im äußern Zimmer war es finſter wie in einem Sack. Hin⸗ geriſſen von Leidenſchaft und Verwirrung eilte er hin⸗ durch; aber indem er vorwärts eilte, ſtieß er den Kopf an die Wand und wurde rücklings auf den Boden ge⸗ worfen, während ein ſchmerzlicher Angſtſchrei über ſeine Lippen floh.

Anders und Kerſtin hatten ſoeben ihr Abendeſſen vollendet und nach ihrer Gewohnheit die Bibel hervor⸗ gezogen, in der Abſicht, ein Capitel daraus zu leſen, um ſich ſodann erfriſcht durch Andacht und Gebet zur Ruhe zu begeben, als ſie auf einmal hörten, was in dem äußern Zimmer vor ſich ging. Anders nahm ſogleich das Licht und begab ſich hinaus, um zu ſehen, was es wäre. Er fand Hans auf der Schwelle der Kammer⸗