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um einen neuen Schluck aus der Flaſche zu thun, hörte ſte wieder eine Bewegung im äußern Zimmer.
Aus Schrecken war ſie nahe daran, die Flaſche im Zimmer zu verlaſſen.
Sie lauſchte. Es bewegte ſich wieder.
„Wer iſt draußen?“ rief ſie endlich.„Biſt Du es, Kerſtin?“
Als Antwort bekam ſie blos einen ſtöhnenden Laut zu hören. Es war offenbar, daß jetzt wirklich Jemand da war. Maja dachte an ihr Geld und ſchaute ſich bange um. Mit ängſtlichem und unruhigem Eifer ſteckte ſie es in ihre Schürzetaſche. Wiederum pochte es an die Thüre. Unentſchloſſen und bang konnte Maja ſich zu nichts entſchließen. Sie zitterte an allen Gliedern.
„Oeffne!“ rief endlich eine heiſere Stimme,„öffne!“
„Es iſt Hans, der Saufaus,“ murmelte ſie,„wie bin ich erſchrocken! Mein Gott, daß der einfältige Kerl nicht einmal ſeinen Namen ſagt.“
„Warum öffneſt Du nicht, Du verdammte Hexe?“ brummte er.„Glaubſt Du ich müſſe da außen ſtehen und vor meiner eigenen Stubenthüre erfrieren? Bring den Stuhl daher, Maja... bringe ihn ſchnell her.“
Aber als Hans ſich darauf ſetzen wollte, griff er fehl und kam ſtatt deſſen auf den Boden zu ſitzen, und da er darüber nicht ein einziges Wort äußerte, ſo iſt es wahrſcheinlich, daß er ſelbſt den Mißgriff nicht be⸗ merkte.
Maja war noch nicht ſo voll, wie Haus, aber es fehlte nicht viel. Der Rauſch hängt in nicht geringem Grad von der Diſpoſition der Perſonen ab. Eine recht⸗ ſchaffene und ernſte Denkungsart iſt immer ein Schwimm⸗ gürtel, der uns über der Sündfluth des Lebens empor⸗ hält. Ein denkendes Gemüth widerſteht auch dem Ranſch
ſehr lang, wogegen ein Lichtſinniger bald fällt.
Maja hatte ernſtlich an die beabſichtigte Reiſe ge⸗ dacht, und ſo lang dieſer Ernſt vorhanden war, wider⸗


