Teil eines Werkes 
7. bis 12. Bändchen (1854)
Entstehung
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änderung bei Alfred zu verfolgen; geuug, wir ſehen das Produkr.

Während ſeines Aufenthalts in Upſala gewann Al⸗ fred in gewiſſen Beziehungen etwas höhere Anſichten, nicht juſt von der Welt, aber doch von ſeiner eigenen Perſon. Der Reichthum iſt für einen jungen Mann im⸗ mer eine Eintrittskarte zu bedeutenden Vorrechten unter luſtigen Brüdern und muntern Geſellen. Upſala beſitzt Jugend von dreierlei Art: der eine Schlag beſucht die Collegien, der andere die Keller und der dritte iſt ein Mittelding zwiſchen den beiden andern. Alfred zog die Jugend der zweiten Klaſſe vor. Dieſe Klaſſe iſt nicht numeriſch groß, beſteht aber aus einer wahren Kernjugend. Unter ihnen wurde Alfred bald ein edles Hochwild. Das Diplom dazu verbeſſerte indeß ſein Herz nicht, ſondern brachte ſeine Begriffe von ſeiner eigenen Bedentſamkeit zur Reife und vervollkommnete ſeine Verachtung gegen Alles, was nicht mit ſeinen Neigungen übereinſtimmte. Er wurde auf ſeine Art mehr„Herr,“ er wurde ſelbſt⸗ ſtändiger, kälter, und gelangte, um in Sergels Styl zu ſprechen, mehr zu der Anſchanung, welche ſagt:„Ich frage den Teufel nach der ganzen Welt.“

Lars erkannte ihn auch kaum wieder, als er zurück⸗ kam. Alfred war ihm über den Kopf gewachſen.

Er hatte indeß kaum die Veränderung eingeſehen, die in Upſala mit Alfred vorgegangen war, als ſich bei ihm der Gedanke geltend zu machen anfing, daß er ihn möglicherweiſe verlieren könnte. Der Haß concentrirte ſich in Folge deß noch kräftiger in ſeiner Seele. Lars war mißvergnügt und ärgerlich über ſich ſelbſt, weil er ſich Vorwürfe machte, zu ſchlaff und gleichgiltig zu Werk gegangen zu ſein. Er zweifelte zwar noch nicht daran, daß er leicht genug ſeinen Einfluß wieder gewinnen könnte, zumal da er, abgeſehen von den Mitteln, welche ihm die Brennerei lieferte, ein anderes Mittel in ſeiner

Ridderſtad, Vater und Sohn. II. 22