Teil eines Werkes 
7. bis 12. Bändchen (1854)
Entstehung
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Schlechtigkeit, die in ſeinem Herzen und ſeiner Seele vor⸗ handen waren, gewiſſermaßen ein Kiſſen zu unterlegen. Aber man könnte leicht glauben, daß er Alfred auch haßte; das war jedoch nicht der Fall. Je größere Erfolge er bei ihm gewann, je mehr er den Jungen für das Gute erkalten, und gleichſam nur in denjeni⸗ gen Dingen, die von einem harten Herzen zeugten, ſich freier bewegen ſah, umſomehr liebte er ihn. Und dieſe Liebe war nicht erheuchelt. Im Anfang wunderte er ſich zwar über ſeine eigenen Erfolge, endlich aber begann er ſeinen Zögling zu bewundern, und allmählig verwandelte ſich dieſe Bewunderung in Ergebenheit, um nicht zu ſa⸗ gen in Liebe. Aber Lars war ſelbſt ein harter, egoiſti⸗ ſcher Mann, und ſeine Liebe zu Alfred entwickelte ſich daher blos innerhalb der Grenzen dieſer Neigung. Man dürfte fragen, ob auch das Böſe lieben könne? Warum

denn nicht? Aber demjenigen, den man liebt, wünſcht man doch immer Wohlfahrt. Das iſt wahr, aber Lars wünſchte Alfred auch allen möglichen Erfolg innerhalb des Zauberkreiſes der Art und Weiſe, wie er ſelbſt die Welt betrachtete. Er hätte ſogar gern einen großen und berühmten Mann aus ihm machen mögen, aber auf ſeine Art, d. h. unter der Bedingung, daß er in Alfreds Größe das Gepräge ſeiner eigenen Züge wiedergeſehen hätte. Nachdem der Haß in Lars Bruſt Raum gewonnen, ver⸗ ſtand er keine andere Liebe: aber dieß war nichtsdeſto⸗ weniger Liebe, obſchon ſie kein Kind des Lichts, ſondern ein Kind der Mitternacht war. Lars beurtheilte inzwi⸗ ſchen ſich ſelbſt nicht ſo ſchlecht, als wir es thun. Das kam daher, daß er mehr einem Inſtinkt, als irgend einem beſtimmten Plan folgte. Der Haß war das Be⸗ dürfniß nach Rache, keine berechnete Teufelei. Die Ar⸗ muth hegt ſehr oft einen ganz entſchiedenen, ſelten aber vollkommen klaren Groll wider den Reichthum. Der ſchwediſche Bauer iſt auch einem ſolchen Groll gegen die Herrenklaſſe ganz und gar nicht fremd. Niemand unter⸗