Teil eines Werkes 
7. bis 12. Bändchen (1854)
Entstehung
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Es war ſo ſtill im Zimmer, als hätte man ſich be⸗ reits in einem Grabe befunden.

Haſtig eilte eine krampfhafte Bewegung durch ſeinen Körper, die Stirne verdüſterte ſich, die Brauen zogen ſich zuſammen und die Hand fuhr über die Decke, gleich als hätte er irgend einen Schrecken ausdrücken wollen. Er hatte alles Bewußtſein verloren. Die Augen began⸗ nen den Dienſt zu verſagen.

„Fort mit dem Schnaps!“ rief er.

Die Stimme war ſchwach und gebrochen, aber bei dem tiefen Schweigen, das im Zimmer herrſchte, vernahm man ſie deutlich.

„Fort mit dem Block,“ ſagte er,„fort mit den Handſchellen!“

Es war erſchütternd, zu hören, wie ſeine Gedan⸗ ken noch im letzten Augenblick ſein ganzes Leben in eini⸗ gen wenigen entſetzlichen Ausdrücken zuſammenfaßten.

„Ich will frei ſein,“ ſagte er,„ich will entfliehen

. entfliehen...“

Dann aber ſank ſein Kopf auf eine Seite hinab und die Hand fiel erſchlafft nieder.

„Es iſt aus,“ ſagte Jeſpersſon.„Mag der Himmel ſich über ihn erbarmen!“

Hans bewegte ſich nicht vom Fleck; aber ſeine Auf⸗ merkſamkeit folgte mit hohlen, gierigen Blicken allen Be⸗ wegungen Abrahamsſons, allen ſeinen Worten.

Als Jeſpersſon verkündigte, daß Abrahamsſon todt ſei, ſtürzte Hans hinaus.

Maja dagegen fiel bei dem Bette des Todten auf die Kniee und verbarg das Geſicht in ihren Händen; aber es währte nicht lang, als ſie ſchon wieder auf⸗ ſchaute.

„Hert Doctor,“ ſagte ſie,„ich meinte, mein Bru⸗ der rief mich mit Namen, hörten Sie nichts?“

Maja war im höchſten Grad erſchüttert.