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Kerſtin ſtand in einer träumenden, lauſchenden Hal⸗ tung da. Ihre Hand lag noch auf ihrer Bruſt und mit ſtrahlendem Geſicht ſchien ſie die entſcheidende Antwort einer höheren Vorſehung zu erwarten. Nach der Klar⸗ heit in ihren Augen, nach dem ruhigen, aber glückſeli⸗ gen Ausdruck in ihren Zügen konnte man glauben, ſie erwarte eine höhere Offenbarung. Dieſe mußte auch gekommen ſein, denn mit unbeſchreiblicher Lebendigkeit in ihrem Ausſehen kehrte ſte an den Tiſch zurück, fiel vor der Bibel auf die Knie nieder und faltete betend ihre Hände.
„Ich danke dir, gnädiger Gott,“ ſagte ſie.„Wie
unendlich liebevoll ſtreckſt du nicht deine Hand gegen
deine Dienerin aus, juſt in dem Augenblick, wo ihre Gebete am wärmſten erglühten! Mein Gott, mein Gott, möchte ich in meinem gerührten Herzen innig genug deine Gnade preiſen können.“
Kerſtin lag noch betend vor dem heiligen Wort
Gottes, als ſie hörte, daß Anders zurückkam, und nun erhob ſie ſich haſtig.
Erröthend und glücklich ſtand ſie vor ihm, als er in die freundliche Wohnung trat.
Anders kam froh und freundlich, aber er merkte
doch ſogleich, daß mit Kerſtin etwas Wunderbares vor⸗ gegangen war, und er dachte, ſein langes Ausbleiben habe ſie beunruhigt. 4
„Ich ſehe wohl, Du biſt ein wenig unzufrieden mit mir, daß ich ſo lang ausgeblieben bin,“ redete er ſie an;„aber ſiehſt Du, ich habe Dich dafür auch nicht vergeſſen... Da ſieh nur den Sack an!“
Kerſtin trat ihm freundlich und herzlich entgegen, aber ſie blieb ſtill.
„Kannſt Du errathen, Kerſtin, was er enthält? Es iſt ein Weihnachtsgeſchenk für Dich... fürs Erſte.. 4 Anders hatte den Sack bereits geöffnet. „Fürs Erſte einige Pfund Kaffee.“


