Teil eines Werkes 
7. bis 12. Bändchen (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

58

Bald wollte er vor der finſtern Geſtalt in ſeinem Rücken fliehen; aber dann ſtieß er auf Anders, der von Gott ſprach; bald wollte er umkehren um Anders auszuweichen, aber da meinte er, daß alle Geiſter der Hölle ihm in's Geſicht grinſen. Fluch um Fluch ging über ſeine Lippen, als bildeten dieſe Flüche die einzige Zauberformel, womit er das Entſetzen beſchwören konnte, das von beiden Seiten auf ihn eindrang.

Anders meinte auch, es ſei ein wenig rauh, und er fand es um ſo unbehaglicher, als er über das fortwäh⸗ rende Fluchen Hanſens beinahe erſchrak. Als ſuchte er ſich gegen das Schauerliche darin zu wahren, erwachte in ihm ein ſo inniges unwiderſtehliches Bedürfuiß ſeine Ge⸗ danken mit den beſſern Gefühlen zu beſchäftigen, denen er ſich jetzt ſo gänzlich hingegeben hatte.

„Es gibt etwas, Haus,“ ſagte er daher,„an was ich immer denken muß. Du haſt einen Sohn, Hans.“

„Ja, Guſtav, dieſen Satans⸗Taugenichts!“

„Sage das nicht, Hans. Du und Deine Frau ſoffet bereits, als er geboren wurde, wenn auch damals noch nicht ſo arg, wie jetzt, und da ließet ihr auch ihn Schnaps ſaufen, als er noch klein war. Deßhalb wurde er ein ſchwacher Tropf, und ſicherlich würde er für ſich ſelbſt eine Laſt, und vielleicht auch für euch ein Fluch ge⸗ worden ſein, wenn nicht Barons auf Edsbro ihn aus dem Elend geriſſen hätten. So viel iſt gewiß, daß ich Gott gedankt habe und noch immer danke, daß mein Weib mir keinen Sohn ſchenkte, ſo lang ich ein Säufer war, denn ſonſt wäre es mit mir daſſelbe Elend geworden; aber jetzt moͤchte ich ſehr gern einen Sohn haben... bedenke einen Sohn, Hans... den man zu. einem tüch⸗ tigen Jungen und wackern Mann heranziehen könnte... wie wollte ich da arbeiten, Hans... meiſt Gott, mein Gott... und wenn ich einmal alt würde... ihn dann um mich zu haben... o das wäre ein gar zu großes Glück für mich.“