Teil eines Werkes 
7. bis 12. Bändchen (1854)
Entstehung
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in ihrem Herzen gegen alle Verſuchungen ankämpfen und mit jedem Tag beſſer werden mögen. In dem Pfarrer erblicke ich den Gottesdiener, der ſein Leben lang predigt und lehrt und beſtändig für unſer Beſtes arbeitet. Ja, Hans, es iſt mit mir jetzt Vieles anders als es früher war. Meine Herrſchaft liebt mich, und ich liebe ſie auch.

Und dann meine Alte, wie gut und hübſch kommt ſie mir

nicht jetzt vor! Früher fand ich ſie gar nicht ſo. Da

haderte und kreiſchte ſie beſtändig, daß ich ein Schwein

ſei, und obſchon ſie Recht hatte, ſo konnte ich das doch nicht ausſtehen. Jetzt iſt ſie freundlich und zärtlich und wird mir mit jedem Tag immer lieber. Wie nett habe ich's nicht jetzt daheim! Alles ſo zierlich wie in einem Herrſchaftszimmer; alles iſt ſo ordentlich und ſo an ſeinem Platz, wie wenn es dahin gemalt wäre. Du glaubſt gar nicht, Hans, wie vergnügt ich bin, wenn ich einige Thaler erſpart habe und meiner Frau etwas Neues kaufen kann, etwas von dem ich weiß, daß ſie es ſich ſchon lange ge⸗ wünſcht hat. Erräthſt Du wohl Hans, was ich in meinem Säckchen da trage?“

„Geſtohlene Waaren, vermuthlich, geſtohlene Waa⸗ ven...

„Du biſt verrückt, Hans. Geſtohlene Waaren ſind ſchwer zu tragen, und nie iſt mir eine Laſt leichter ge⸗ worden, als dieſe da. Denke Dir, meine Frau wünſchte ſich ſchon lange...“

Haus war im höͤchſten Grade aufgeregt. Glücklicher⸗ weiſe war es dunkel genug, daß Auders aus ſeinen ver⸗ ſtörten Zügen nicht ſehen konnte, was in ſeinem Innern vorging.

„Sind geſtohlene Waaren ſchwer,“ unterbrach er arg⸗ wöhniſch ſeinen geſprächigen Nachbar,„was willſt Du da⸗ mit ſagen, Anders!“

„Heute Abend biſt Du bei garſtigem Humor,“ antwortete Anders.„Ich wollte Dir gar nichts damit