Teil eines Werkes 
7. bis 12. Bändchen (1854)
Entstehung
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Zwölftes Kapitel. Noch ein Nachtſtück.

Iſt die Lawine einmal in Gang gekommen, ſo rollt und wächſt ſie, bis ſie ſelbſt zuletzt in der Tiefe zertrüm⸗ mert wird. Auf dieſelbe Art verhält es ſich mit jeder ſchlechten That. Haben wir einmal eine ſolche begangen, ſo werden wir vom Rauſch des Verbrechens fortwährend anf dem gleichen Weg weiter gejagt, bis wir ermattet zu Boden ſinken. 3

Das Laſter iſt eine Tarantel. Von ihrem giftigen Stachel geſtochen, tanzen wir in unſerem Wahnwitz, bis alle Kräfte vergendet ſind und die Ohnmacht über uns kommt.

Von zarteſter Jugend auf war Alfred ein Raub wilder Begierden geweſen. Die eine hatte zugenommen, wenn eine andere aufhörte, und im gegenwärtigen Augen⸗ blick gaukelten die Leidenſchaften um ſeine für jede Wol⸗ luſt offene Seele, und zogen ihn von Laſter zu Laſter, von einem Extrem zum andern. Sein leichfertiges, ſinn⸗ liches Weſen befand ſich in einem beſtändigen Aufruhr gegen die hemmende und ernüchternde Macht des Ver⸗ ſtandes. Von zügelloſen Trieben erfaßt, wurde er unauf⸗ hörlich durch blendende Phantome auf den Weg unbän⸗ diger Ausſchweifungen verlockt. Er befand ſich nirgends ſonſt wohl; nur da meinte er zu leben.

Als er mit Lars auf die Landſtraße hinauskam, war er nicht niedergeſchlagen über den Vorfall, ſondern prahlte damit und beklagte blos, daß er in ſeinem Vorhaben über⸗ raſcht wurde.

„Aber mein künftiger Herr Schwager hat auch ſein