Teil eines Werkes 
7. bis 12. Bändchen (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

43

ter, hieher, hieher! Ich habe einen Dieb ergriffen, hie⸗ her... Guſtav... Hilfe!“ 3 13

Ein heftiger Kampf entſtand in der Finſterniß.

Der eine der Kämpfer war Emmas Bruder, der andere ſollte ihr Gatte werden.

Sie entſetzte ſich vor der Lage, worein ſie gerathen war.

Sie wollte hinauseilen, um ſie zu trennen, aber ſie wagte es nicht, weil ſie den Einen ebenſo fürchtete, wie den Andern.“

Carl Auguſt fuhr fort, das Hausgeſinde zuſammen⸗ zurufen. Alfred rang, ohne daß ein einziges Wort über ſeine Lippen kam. Auf beiden Seiten wurden alle Kräfte aufgeboten.

Emma bebte vor jeder Bewegung, gleich als hätte ein zitterndes Echo ſich in ihrem Innern wiederholt. Wenn ſie im einen Augenblick fürchtete, Jemand von dem Geſinde möchte mit Licht kommen und entdecken, daß der als Dieb ergriffene Niemand anders ſei als Alfred, ſo fürchtete ſie im andern Augenblick, daß ihr Bruder, der nach ſeiner Krankheit noch immer ſchwach war, irgend einen gefährlichen Schlag bekommen möchte.

Zerriſſen von zwei entgegengeſetzten Wünſchen, würde ſie in Ohumncht gefallen ſein, wurde jedoch von der Spannung, in die ſie verſetzt war, aufrecht erhalten.

Kräftige, gewaltſame Griffe murden zwiſchen den beiden Jünglingen ausgetauſcht. Alfreds feines, aufmerk⸗ ſames Ohr hörte endlich, wie unten Thüren geöffnet und geſchloſſen wurden. Es galt alſo jetzt die Sache kurz und gut machen, wenn ihm die Flucht gelingen ſollte. Mit einer unwiderſtehlichen Heftigkeit warf er ſich alſo über Carl Auguſt her, riß ſich dann von ihm los und entfloh.—

Emma hörte wie es auf dem Boden donnerte, und da ſie in demſelben Augenblick die flüchtigen Tritte ver⸗