Teil eines Werkes 
7. bis 12. Bändchen (1854)
Entstehung
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Ihre Bruſt wogte auf und ab. Roſen und Lilien löſten einander ab auf ihren Wangen.

Das heitere liebenswürdige Lächeln, das ihr ſo gut ließ, ſchien für immer verſchwunden zu ſein.

Sie ging im Zimmer auf und ab.

Ihre Abſicht war, es bei ſich ſelbſt zu überlegen; aber Gedanken kamen und Gedanken verſchwanden, ohne daß einer lange genug haften blieb, daß ſie Zeit genug gehabt hätte ihm feſt ins Auge zu ſchauen.

Sie beſchloß die Thüre zu verriegeln; aber Alfred — ſie wußte, wie heftig und wild er war— konnte ja Lärm machen und ſowohl ſich ſelbſt als ſie blosſtellen.

Wieder fiel es ihr ein, ſie ſollte ſich zu ihren Eltern hinabbegeben; aber ſie konnte ihnen ja doch nichts davon erzählen... nein, nein... ſie würden ſie ja blos auslachen, wenn ſie ſo ſpät kam und keinen Grund dafür anzugeben wußte.

Unentſchloſſen nahm ſie am Fenſter Platz. Es hatte ſchon lang zehn Uhr geſchlagen. Sie konnte alſo jeden Augenblick Alfred erwarten.

Mit verwirrter Miene blickte ſie in den Hof und auf die Allee hinab, die an demſelben anfing. So vex⸗ ging noch eine Viertelſtunde. Jetzt flog ein Ausruf über ihre Lippen. Sie ſah Jemand, der ſich wie ein Schatten in der Allee bewegte. Dieß konnte kein anderer ſein als Alfred.

Ihr Herz hörte auf zu ſchlagen. Die Pulſe ſtockten in ihrem haſtigen Flug. Alle Gedanken ſchwanden... ſtatt deſſen handelte ſie jetzt.... handelte gänzlich be⸗ wußtlos.

Leicht wie ein Wind eilte ſie an die Thüre und ſprang vor, um ſich zu verbergen.

In ihrer Verwirrung erinnerte ſie ſich an ihren Bruder. Sie war bereits an ſeiner Thüre vorbeigegangen, aber

.. es kam ihr ſo natürlich vor... ſie kehrte dahin zurück.