Teil eines Werkes 
7. bis 12. Bändchen (1854)
Entstehung
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ſpräche, ſo würde Alfred keinen Augenblick auf ſich warten laſſen.“

3 Die Worte drangen an Emmas Herz und eine Röthe flog über ihre Wangen. Es war ihr unmöglich ihre Ar⸗ beit länger fortzuſetzen, ſie legte ſie daher weg, und ge⸗ dachte ſich auf ihr Zimmer zu begeben.

In der Hausflur angekommen, begegnete ſie Guſtav. Schwankend und blaß wie immer, blieb er ſtehen und ſchaute ihr nach, als ſie vorbeiging.

Die innige Ergebenheit, die aus ſeinem Blick ſprach, rührte Emma. Theilnahme war ihr in dieſer Stunde koſtbarer als je. Sie erinnerte ſich jetzt auch an etwas, und wandte ſich zu Guſtav.

„Ich ſoll Dich von Anna grüßen,“ ſagte ſie.„Du haſt viel Gutes von ihr geſagt, Guſtav; aber nicht zu viel. Ich traf ſie geſtern bei Boijers.“

„Bei dem Gutsherrn? mein Gott iſt ſie dort?“

Guſtav wurde todesbleich.

„Warum erbleichſt Du, Guſtav? Iſt eine Gefahr für ſie vorhanden, wenn ſie dort iſt?“

Ihre eigene Stellung bedenkend hatte ſie eine Frage gemacht, vor welcher ihr Herz erſchrack.

Guſtav, der nicht den Muth hatte ſich aufrichtig zu erklären, wünſchte blos ſeines Weges gehen zu können. Ohne etwas ſagen zu wollen, ſtammelte er einige ver⸗ worrene Worte, die Emma noch ängſtlicher machten als vorher.

Ein Mädchen, das ausgerufen werden foll, fürchtet ſich vor Allem; in der geringſten Kleinigkeit erblickt ſie ein Geſpenſt.

„Ich verſtehe Dich nicht, was meinſt Du?“

Guſtav faßte ſeinen Entſchluß.

„Nichts,“ antwortete er,„nichts.“

Und damit kehrte er ihr den Rücken und ging ſchnell ſeines Weges.