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Sie hielt es für ein Majeſtätsverbrechen von Seiten ihrer erklärten Flamme und glaubte, daſſelbe müſſe auf der Stelle gezüchtigt werden, damit nicht etwa Emanzi⸗ pationsideen Gelegenheit bekämen ſich bei dem gnädigen Herrn zu entwickeln.
Adine befahl ihm alſo auf der Stelle als gehorſamſter Seladon zurückzukehren, aber Caro hatte nun einmal ſeinen Entſchluß gefaßt, und hörte nicht mehr auf die⸗ ſem Ohr.
Als Adine ſah, daß ihr kleiner Zorn an Caros Hart⸗ näckigkeit ſcheiterte, drehte ſie klüglich das Blatt um, und ſuchte ſeine Kälte durch zuckerſüße Worte zu beſiegen. Aber obſchon Caro durch freundliches Gewedel mit dem Schwanz ihr ein cum laude für den Takt ausſtellte, den ſie dadurch an den Tag legte, ſo blieb er gleichwohl ruhig wie ein Muſelmann.
Conſtanze war ganz entzückt darüber, daß Caro doch nicht ſo gehorſam war, wie Adine ſich eingebildet hatte.
„Was habe ich geſagt?“ bemerkte ſie;„Caro gehorcht Dir nicht... er gehorcht Dir nicht.“
„Nicht?“ fragte Adine.„Das wollen wir doch ſehen. Daher, Caro, daher,“ fuhr ſie fort,„daher, dann bekommſt Du einen Kuß von mir.“
Obſchon Emma von vielen andern Sachen träumte, ſo ſchlug doch zuweilen das eine und andere Wort vom Geſchwatze der Mädchen an ihre Ohren.
„Nun, Caro, kommſt Du nicht?“
Conſtanze lachte ihre Freundin aus, als Caro ſich nicht vom Fleck bewegte.
Adine wurde wirklich böſe. Sie hatte einen Kuß⸗ verſprochen, und er kam nicht. Das war ja im höchſten Grade unartig..
„Ich bin überzeugt, daß, wenn Schweſter Emma ihrem Alfred irgend etwas, auch nur das Geringſte ver⸗
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