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„Aufrichtig geſagt, ich hatte Sie juſt vorher nicht ſehr ſtark ins Auge gefaßt, aber jetzt that ich es. JIu den bleichen, milden, feinen, gleichſam von des Todes kalter Hand berührten Geſichtszügen entdeckte ich ein ſo gutes und gefühlvolles Herz, einen ſo milden und er⸗ gebungsvollen Charakter, ein ſo liebendes und reines Gemüth, daß Sie mich unwiderſtehlich anzogen.“
„Ach, Herr Doctor.“
„Erzürnen Sie nicht, Madame. Niemand hat das
Weib mehr ſtudirt als ich.“
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„Als Sie... ſoeben ſagten Sie...
„Verſtehen Sie mich recht. Wenn ich ſage, daß Niemand das Weib beſſer ſtudirt habe als ich, ſo meine ich, daß ich es im Anatomieſaale gethan habe.“
Sophie ſchauderte.:
„Aber bei aller Achtung für die Wiſſenſchaft iſt der Anatomieſaal gleichwohl der ſchlimmſte Platz, wo man das Weib ſtudiren kann. Nichts deſto weniger habe ich es bisher blos als einen vortrefflichen anatomiſchen Körper betrachtet und demgemäß behandelt. Sie ſind die Erſte, Madame, die mir andere Gedanken einflößt. Ich danke Ihnen dafür und hoffe, daß mich das zu einem beſſern Menſchen machen wird, als ich geweſen bin.“
Sophie lauſchte verwundert auf ſeine Erklärung. Sie war ſo eigentzümlich und ſo neu. Aber obſchon Sophie ihn gern. ſorechen hörte, ſo beläſtigte ſie der Gegenſtand gleichwohl, und ſie ſuchte auf etwas Anderes zu kommen. Dieß war auch nicht ſchwer, denn ſobald Jeſpersſon ihre Abſicht bemerkte, verſtummte er und zog ſich in ſeine harte Schale zurück.
Sophie kam jetzt mit ihren andern Gedanken hervor.
„Was ſagen Sie von Emmas und Alfreds Verbin⸗ dung?“ fragte ſie.
Jeſpersſon ſchaute auf.
„Glauben Sie, daß es eine glückliche Ehe ſein werde?“ fügte ſie hinzu.


