Teil eines Werkes 
7. bis 12. Bändchen (1854)
Entstehung
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auftrat, war ich etwas von alle dem und ich merkte ſehr wohl den Verdruß, den ich hervorrief. Ich habe ſeit⸗ dem mein Möglichſtes zu thun verſucht, um dieſen Ein⸗ druck bei Ihnen Allen zu verwiſchen. Ueberdieß... Sophie hatte bisher Jeſpersſon immer gefürchtet und mehr einen Waldmenſchen als etwas Anderes in ihm erblickt; aber es lag jetzt ſo viel Ehrlichkeit und Redlichkeit in ſeinen Worten, daß ſie ihn mit wirklicher Frende anhörte. Es war ein Mann, der ganz unge⸗ heuchelt, aufrichtig und natürlich mit ihr ſprach, und dieß macht immer einen guten Eindruck auf ein vorurtheils⸗ freies und gebildetes Frauenzimmer. Gewöhnlich um⸗ geben ſich die Männer vor dem ſchönen Geſchlecht mit einer ſo feinpolirten Schale von Artigkeiten und Com⸗ plimenten, daß das Weib ſelten oder eigentlich vor der Vermählung niemals erfährt, wie der Kern beſchaffen iſt, ob er geſund oder wurmſtichig iſt.

Wie ſehr fühlte ſich daher nicht Sophie angeſprochen, als Jeſpersſon ganz ehrlich und ernſthaft, ungehenchelt und einfach, ohne alle Verblümung aus ſeinem Inneru hervortrat.

Ueberdieß... ſagte ſie alſo, Jeſpersſons letztes Wort wiederholend, weil ſie zu hören wünſchte, was er hinzuzufügen hätte...überdieß...

Ueberdieß, Madame, antwortete der Doctor, haben Sie mir heute Abend eine ſchöne Stunde ge⸗ ſchenkt.

Ich?

Wäre ich nicht ein älterer Mann, ſo vürde ich vielleicht Anſtand nehmen, Ihnen meine Gedanken ſo aufrichtig zu ſagen, wie ich es jetzt thun will. Sie la⸗ gen ohnmächtig da.

DOhnmächtig... nun aber...

Während ich Sie ins Leben zurückzurufen verſuchte, hatte ich Selegenheit in Ihr Geſicht zu blicken. Wie? 2

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