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und polterte an die Thüre. Man antwortete ihr nicht, aber es wurde gleichwohl ſtill und nun rief ſie; jedoch vergebens. Mit zurückgehaltenem Athem beugte ſie ſich ans Schlüſſelloch und lauſchte. Sie rief noch einmal. Keine Antwort. Sie konnte nicht länger bezweifeln, daß man ſie während ihrer Ohnmacht hierher geführt hatte; aber in welcher Abſicht? Immer unruhiger pochte ihr Herz, immer erſchrockener ſchaute ſie ſich um und ſann nach, ob ſich denn keine Möglichkeit des Entrinnens dar⸗ biete. Vor jeder Kleinigkeit zitternd machte ſie einen Gang im Zimmer umher. Unterſuchend blieb ſie am Fenſter ſtehen und blickte hinaus; die dunkle Nacht brei⸗ tete ſich da aus. Erſchrocken über ihre eigenen Gedanken zog ſie ſich wieder zur Thüre zurück. Klagend und betend erhob ſie ihre Stimme. Eine Lachſalve war die einzige Antwort, die ſie erhielt. Still! man ſprach. Sie er⸗ kannte die Stimme. Täuſchte ſie ſich wirkiich nicht? War es nicht Alfred Boijer, welcher ſprach? Mit der Kraft der Verzweiflung ſtrengte ſie ihr Hörorgan an. Nein, nein! ſie täuſchte ſich nicht. Er war es unzweifelhaft. Er liebte ja ihre Freundin Emma, und ſie bezweifelte nicht, daß auch ſie einen Freund an ihm haben würde. Dieß war ein Hoffnungsſtrahl, der ſich in ihre angſter⸗ füllte Seele ſchlich. Sie wollte ihn um Hilfe anrufen, und ſie war überzeugt, daß er ſich nicht entziehen würde. Aber, was war es wohl, was er ſprach? Auch er lachte auf dieſe rohe und gräßliche Art, welche ſie bereits ſo ſehr erſchreckt hatte.
„Füllet die Gläſer!“ rief er.„Deine Geſundheit, Vater Lars! Deine Geſundheit!“
Sophie zog ſich ſeufzend zurück. War auch er ſo roh, wie die Uebrigen?
„Komm Lars,“ ſagte er dann;„Du kannſt mir juſt folgen. Komm, komm!“
Sie hörte Tritte ſich entfernen und jetzt wollte ſie ihn zurückrufen, aber es war bereits zu ſpät.


