In dieſem Augenblick erloſch das Licht und ſie ſant klagend an der Thüre nieder.
Als Jeſpersſon endlich eintrat, fand er ſie in knieen⸗ der, betender Haltung auf dem Boden. Er kam mit Licht und mit einem beruhigenden, tröſtenden Ausdruck in ſeinem Geſicht. Er kam mit freundlichen und milden Worten, die auf jedes zerfleiſchte Herz ſo wohlthuend wirken. Er kam mit Hoffnung, Frieden und Liebe, mit dieſen Engeln, die allein würdig ſind die Welt einzu⸗ nehmen, nnd die immer einen Wiederhall in jeder Bruſt finden, wo das Gute einen Reſonnanzboden hat. Nach⸗ dem er ihr die nöthigen Aufſchlüſſe ertheilt, erbot er ſich, ſie nach Haus zurückzuführen. Mit Freude nahm ſie ſein Anerbieten au. Als er an der äußern Stube vorbei⸗ ging, hatte er befohlen ſein Pferd an einen Schlitten zu ſpannen, und als er mit Sophie hinauskam, war Hans damit beſchäftigt.
Bei dem Anblick Hanſens erinnerte ſich Jeſpersſon des Verſprechens, das er Abrahamsſon gegeben hatte.
„Ich habe Dir etwas zu ſagen, Hans,“ redete er ihn an.„Du kannſt mit mir uach Haus kommen.“
„Weiß wohl,“ meinte Hans,„aber ſehen Sie, ich habe Befehl erhalten dazubleiben. Denn es iſt ſo, ſage ich...“
Hans hatte den Schlucken.
Jeſpersſon argwöhnte, daß Hans und Abrahamsſon vielleicht bereits in einem Complott miteinander ſtehen könnten, und er wollte ſie um keinen Preis auf eigene Fauſt handeln laſſen, weil ſonſt der letztere ihm ſehr leicht hätte entkommen können.
„Wer hat es Dir befohlen?“ fragte er alſo.
„Ja ſehen Sie...“ 3
„Nun heraus mit der Sprache!“
„Gott ſteh mir bei, es ſoll allerdings ein Geheim⸗ nß bleiben; aber Ihnen, Herr Doctor, darf ich es wohl agen.“


