Teil eines Werkes 
7. bis 12. Bändchen (1854)
Entstehung
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Schweig, Burſche it wies ihn eine Stimme zurecht, und gib ihm den Schnaps, ich bezahle ihn.

Es war der Brenukuecht Haus, der ſich ſo theil⸗ nehmend ausdrückte.

Das Zimmer war nicht voll von Neugierigen und Gaffenden, aber gleichwobl ziemlich beſetzt.

Jeſpersſons Anfmerkſamkeit flog an der Menge vor⸗ bei und heftete ſich ausſchließlich auf eine hochgewachſene, magere und blaſſe Perſon, welcher man einen Stuhl in die Thürecke geſtellt hatte.

Des Doctors ſichrer Blick merkte ſogleich, daß er der Kranke war.

Das Ausſehen des Mannes machte einen unwider⸗ ſtehlich ſchauerlichen Eindruck auf Jeſpersſon.

Er hatte viel in der Welt geſeben, aber noch nie eine garſtigere Ruine von dieſem Hochwild, das ſich Got⸗ tes Ebenbild nennt. Das Haar ſtand in huſchigen, ſchneeweißen Locken um ſeinen Kopf empor. Das Ge⸗ ſicht war mager, nur Knochen und Haut. Die tiefliegen⸗ den Augen, die mitunter hin⸗ und herrollten, waren roth und entflammt, und während die grauen Augenli⸗ der darüber hinfielen, war es, wie wenn eine Flugaſche auf brennende Kohlen ſich legt. Die Farbe war grau⸗ bleich und kränklich; der Tod ſchien ſich bereits darein eingezeichnet zu haben. Der Mann war ein alter Sünder. 3

Unter einem grauen Mantel ſchimmerten ſchmutzige Lumpen hervor.:

Aber alles das war noch nicht genug; das Bemer⸗ kenswertheſte an ſeinem Aufzug muß noch genannt wer⸗ den. Die Handſchuhe, die er an ſeinen Händen trug, waren Handklammern.

Die Füße waren mit einer Feſſel verſehen.

Sobald die Anweſenden Jeſpersſon bemerkten, wurde es ſtill im Zimmer.

Jeſpersſon, der ſeinen ſchnellen und ſichern Blick