ſchichte Sie der Nachwelt als einen undankbaren und unwürdigen Bruder, ſowie als einen niedrigdenkenden Fürſten ſchildern wird? Sie geben vor, daß Sie Ver⸗ ſöhnung und Einigkeit zwiſchen den Parteien ſtiften wollen; aber Ihr Vorwand taugt nichts, denn Sie fördern mehr die Uneinigkeit und gegenſeitige Erbitte⸗ rung. Hier ſind keine andern Parteien, als zwiſchen dem Adel und dem Bürgerſtand, dieſe aber werden da⸗ durch am wenigſten vereinigt, daß Sie den Bürger be⸗ leidigen und den Adel erhöhen. Eine vollkommene Ver⸗ einigung läßt ſich, ſo lange es einen Adel gibt, nicht mehr erzielen, ſeitdem man einmal in der Aufklärung ſo weit gekommen iſt. Wiſſen Sie, daß der Adel(dem Sie nur zum Spielball und Geſpötte dienen) zu allen Zeiten darnach getrachtet hat und noch jetzt darnach trachtet, unter dem Schein von Vaterlandsliebe die Regierung in ſeine Hände zu bekommen und ſowohl den König als das Volk ſich zu unterwerfen. Dieſe Herren finden immer ihr Intereſſe dabei, den Bürgerſtand gegen Sie aufzureizen. Es iſt bereits allgemein bekannt, daß der Adel und Sie ſelbſt im Sinne haben, den jungen König entweder heimlich durch Gift aus dem Wege⸗ ſchaffen oder ihn als Baſtard zu erklären; aber glauden Sie nicht, daß dieſe Herren es gut mit Ihnen meinen; im Gegentheil ſehen ſie wohl voraus, daß der Bürger⸗ ſtand ſeine gerechte Entrüſtung darüber kräftig an den Tag legen wird. In einem ſolchen unglücklichen Fall würde hier daſſelbe Trauerſpiel aufgeführt werden wie in Frankreich; bewahre Sie Gott, mein Prinz, vor einer ſo gottloſen Handlung; ſeien Sie verſichert, daß die⸗ jenigen, die Ihnen einen ſolchen Vorſchlag machen, Ver⸗ räther an Ihnen und an dem Reiche ſind. Retten Sie alſo jedenfalls ſowohl ſich ſelbſt, als das Reich von einer ſo traurigen Scene. Laſſen Sie den jungen König am Leben und beſchimpfen Sie ſeine Eltern nicht; Sie ver⸗ lieren nichts dabei, denn die Krone würde Ihnen uner⸗ träglich werden, wenn Sie wider Vermuthen und gegen
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