Teil eines Werkes 
16. bis 21. Bändchen (1852)
Entstehung
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Schreiben von Sr. Excellenz dem Grafen von Stackelberg. Meine Inſtruktionen ſind ſtrenge.

Die Ankunft des Couriers unterbrach die Lectüre.

Ermüdet von der Spannung, worin die Anhörung derſelben ihn verſetzt hatte, ließ Vincenz ſeinen Kopf auf die Kiſſen ſinken.

Döring beugte ſich mit ſtarrem Blick über die Pa⸗ piere; er ſchien darin zu forſchen und doch bewegte ſich ſein Auge nicht von der Stelle. Unruhig flogen ſeine Gedanken weit hinweg. In ſeiner Vorſtellung lächelte Louiſe ihm entgegen, aber blaß wie das Leiden.

Armfelt las den Brief und ſein Geſicht wechſelte dabei mehr als einmal Ausdruck und Farbe.

Niel rief er endlich, nie! in Ewigkeit nie!

Die Heftigkeit, womit er ſich äußerte, zog von Neuem die Aufmerkſamkeit Aller auf ihn.

Der Courier, der unbeweglich an der Thüre ſtehen blieb, verwandte ſeinen Blick nicht von Armfelt.

Armfelt las wieder, aber ſeine Bruſt hob ſich, ſeine Stirne leuchtete und ſeine Augen flammten von einem ſchönen blauen Glanz, worin ein Blitz zu zittern ſchien. Uund mit einer ſtolzen Geberde unterbrach er ſeine eigene Lectüre wieder.

Ein Verräther an meinem Vaterland? ſagte er. Unmöglich... Ach, alter, redlicher Stackelberg, Du kennſt mich nicht... auch Du beurtheilſt mich falſch. Du ſprichſt für Rußland... ich achte Dich, Du biſt Ruſſe, aber ich muß als Schwede handeln.

Was beſchließen Sie, Herr Baron? fiel der Courier ein. Wenn Sie die Nachſchrift des Briefes le⸗ ſen, ſo werden Sie ſehen, daß ich Befehl habe, Ihre Antwort entgegenzunehmen.

Ich werde ſchreiben.

Mein Auftrag bevollmächtigt mich, auch eine mündliche Erklärung mitzubringen. Sehen Sie hier meine Vollmacht.

So haben Sie meine Antwort gehört